#wirbibliotheken

Vernetzungsaktion für Bibliotheken
vom 27. April bis …

Binnen drei Wochen hat sich unser Leben und Arbeiten radikal verändert. Darauf waren wir nicht vorbereitet. Entsprechend tief sitzt der Schock, denn in den vergangenen Jahren haben Bibliotheken als Aufenthaltsorte einen unvergleichlichen Boom erlebt; die Rede vom „Dritten Ort“ war in aller Munde. Darauf können wir nicht mehr bauen, jedenfalls nicht in der bekannten Weise.

Nun müssen wir uns gänzlich neuen Fragen stellen: Wie können wir auch ohne den realen Ort Bibliothek für unsere Nutzer*innen da sein? Wie können wir sie unterstützen in dieser seltsamen Zeit?

In der Münchner Stadtbibliothek haben wir innerhalb weniger Tage neue Kommunikationswege, Veranstaltungsformate und Arbeitsweisen gefunden. Und das gilt natürlich nicht nur für uns, sondern auch für alle anderen Bibliotheken. Schon die ersten Tage im Ausnahmezustand zeigen also: Neue Umstände bringen neue Ideen hervor – für jetzt, aber auch für die Zukunft. Denn viele der Erfahrungen, die wir gerade sammeln, werden bleiben, die Beschränkungen von heute werden neue Möglichkeitsräume für die Zukunft eröffnen.

Die Maßnahmen von heute und die Ideen von morgen – darüber wollen wir gemeinsam sprechen und es auch für unsere Nutzer*innen sichtbar machen. Deshalb laden wir gemeinsam mit dem Deutschen Bibliotheksverband alle Bibliotheken herzlich zu einer bundesweiten Vernetzungsaktion ein.

Lasst uns Fragen reflektieren wie:

  • Welche neuen Möglichkeiten, für unsere Nutzer*innen da zu sein, sind entstanden?
  • Was hat sich hinsichtlich Bestand, Präsentation und Services getan?
  • Hat sich die Art der Kommunikation mit den Nutzer*innen verändert?
  • Was funktioniert gut und soll fortgeführt werden?
  • Welche Rolle spielen die Bibliotheken gerade in den jeweiligen (Stadt-)Gesellschaften und was davon wird bleiben?
  • Analog – virtuell: was hat sich verschoben, welche neuen Formate sind entstanden?
  • Arbeitsweise: was geht in Zukunft flexibler, anders, leichter,….?
  • Was wird sich geändert haben, wenn euer Haus wieder eröffnet?
  • Wo seht ihr zu gestaltende Möglichkeitsräume für die Stadtbibliothek von morgen?

Wie kann man sich beteiligen?

Schreibt oder sprecht über die Maßnahmen, mit der ihr der aktuellen Situation begegnet, darüber, was die Bibliotheken grundsätzlich verändert und wo sich neue Gestaltungsräume für die Zukunft auftun.

Publiziert den Text oder das Video in eurem Blog. Verlinkt ihn mit dem Originalaufruf des Blogs der Münchner Stadtbibliothek und informiert uns unter stb.web@muenchen.de über die Veröffentlichung. Wir teilen die Beiträge in unseren diversen Kanälen und verlinken alle in unserem Blog.

Wenn ihr kein eigenes Blog habt, publizieren wir euren Beitrag gerne im Blog der Münchner Stadtbibliothek. Dazu müsst ihr ihn nur an stb.web@muenchen.de schicken!

Wenn ihr Beiträge auf euren Kanälen teilt, verwendet den Hashtag #wirbibliotheken und erwähnt idealerweise auch die Münchner Stadtbibliothek, damit wir es sofort sehen und weiterteilen können.

Da wir wissen, dass auch jetzt schon einige Blogartikel zum Thema entstanden sind: Bitte gebt uns auch darüber kurz Bescheid, dass wir diese Beiträge hier ebenfalls auflisten und weiterverbreiten können.

Wir wollen füreinander Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit schaffen, damit wir gemeinsam einen Weg in eine gute Zukunft finden.

Laufzeit: 27. April bis …


Alle Beiträge zur Vernetzungsaktion

Es gibt viel zu tun! Von Katrin Schuster, Münchner Stadtbibliothek

Aktuell sind unsere Bibliotheken menschenleere Räume, unheimliche Ikonen der Pandemie. Ohne die Anwesenheit des Publikums dämmern sie – wie alle Häuser der Kultur, deren Geschäftsmodell in menschlicher Präsenz besteht – im Zwielicht vor sich hin. Doch hinter den Kulissen herrscht eine Betriebsamkeit, die man so rege wohl kaum je erlebt hat. Wie ein unbeschriebenes Blatt Papier liegt vor uns eine Zukunft, in der alles – vom Schlimmsten bis zum Besten – möglich scheint.


Besondere Zeiten erfordern neue Ideen!

Durch die Corona-Welle hat sich für uns alle viel verändert.
Auch in der Stadtbibliothek mussten Maßnahmen getroffen werden, um auch in diesen Zeiten für euch da zu sein. In den letzten Wochen haben wir intensiv in der Presse und auf unseren Online-Plattformen darüber berichtet.


Vor der Haustür die Welt… – Umsicht üben und Freiräume entdecken

Es gibt kein Patentrezept, das Entlastung und Hilfe in dieser Situation verspricht. Aber es gibt Erfahrungen und Ressourcen, die sich schon in anderen Krisensituationen der Menschheitsgeschichte als wohltuend und hilfreich für Körper und Seele erwiesen haben. Bewegung gehört dazu. Und das Erleben von Natur. Denn der Blick über die eigenen vier Wände, über das nun als enger empfundene Leben hinaus in den weiten Himmel, hoch zu den Spitzen der Bäume oder tiefer hinein in die erstaunlichen Zusammenhänge des Lebens vor der eigenen Haustür, stärkt das Mitgefühl, die Beziehung und Verbundenheit zur Welt im Kleinen wie im Großen.


Über die „Corona-Maßnahmen“in der Stadtbibliothek Wolfsburg

Ein positiver Nebeneffekt der Schließung: wir konnten intern weiter an der Umsetzung unseres Bibliothekskonzeptes arbeiten. Konkret kümmerten wir uns jetzt intensiv um Bestandsarbeiten, die wegen des Publikumsverkehrs sonst häufig nur eingeschränkt möglich sind.


Workshops, Videotouren, Home-Office-Lesungen … (Stadtbibliothek Stuttgart)


Arbeitsantritt am Küchentisch (Deutsche Nationalbibliothek)


#wirbibliotheken (Stadtbüchereien Düsseldorf)

Die Gleichzeitigkeit von erzwungener Statik und nicht vorhersehbarer Dynamik ist gleichermaßen spannend und setzt in vielen Bereichen Energien und Ideen frei wie sie auch anstrengend und kräftezehrend sein kann. Und auch letzterem sollten wir Rechnung tragen, finde ich.


#wirbibliotheken (Anne Lohe, Aachen)

Nach der Wiedereröffnung gehen unsere Bibliothekare während der Öffnungszeiten durch die Stadtbibliothek. Auch wenn wir offiziell keine Auskunft im bisherigen Maße geben, werden wir oft kurz etwas gefragt. Diese Floor-Walker Funktion ist neu und vielleicht ergibt sich daraus auf Dauer eine andere Organisation des Auskunftsdienstes. Nicht als Ersatz für bestehene Auskunftsplätze, aber als Ergänzung.


#wirbibliotheken: Ein Protokoll

Bislang ist die Bücherei nur für die Medienausleihe freigegeben. Dieser Zustand muss jetzt überprüft werden. Vermehrt melden sich die Nutzer*innen, die gerne auch wieder PCs und die Internetnutzung benötigen und sich dazu gerne in der Bücherei aufhalten möchten.


LibraryLife in der Coronakrise

Spätestens jetzt wird klar, wie wichtig es ist, das digitale Angebot einer Bibliothek wie z.B. die onleihe eigenständig zu denken. Es ist ein eigener, digitaler Ort. Bibliotheken bieten den Zugang dazu und sind vertrauenswürdige Partnerinnen für die Bürger*innen im Netz, virtuelle Inseln für fundierte Information und gute Inhalte.


9 Kommentare zu “#wirbibliotheken

  1. Jörg-Christoph Pieper on 16/04/2020 at 6:19 pm sagt:

    Sehr schöne und gute Idee! Aber warum wieder nur auf die eigene „Insel“ beschränkt? Wenn uns die jetzige Situation eines lehrt, uns erneut vor Augen führt, dann doch, dass alle, die im Medienbereich unterwegs sind, über den eigenen Tellerrand hinausschauen müssen! Mehr miteinander und voneinander lernen. Verstehen wo Bedürfnisse und Interessen aller Stakeholder liegen: Verlage, Agenturen, Buchhandlungen gemeinsam mit Bibliotheken. Das ist für mich der Weg in eine konstruktive, andere Zulunft!

  2. Monika Hecht on 17/04/2020 at 8:43 am sagt:

    Wir sind eine kleine kommunale Bücherei mit jährlich circa 1800 Nutzern. Momentan liefern wir, soweit räumlich erreichbar, die per Mail oder Telefon gesendeten Medien an die Leserinnen und Leser per Fahrrad aus. Die Kunden freuen sich, wir, das personal, haben etwas zu tun und eine kleine sportliche Einheit ist es auch noch.
    Moni

  3. Die Donauwörther Stadtbibliothek hat seit Beginn der Osterferien einen Lieferservice im Stadtbereich und in den Stadtteilen eingerichtet. Unser Service nennt sich „Wundertüten“. Auf unserer Website haben wir ein Formular eingestellt, auf dem die Leser uns spezielle Wünsche äußern können, jedoch freuen sich die meisten über unsere Buchempfehlungen. Das macht es auch etwas einfacher. Bei Kindern brauchen wir lediglich eine Altersangabe und dann packen wir Überraschungstüten. Das kommt super an. Wir konnten uns an den Lieferservice der City Initiative für Gewerbetreibende im Stadtgebiet anschließen. Ein ehrenamtlicher Kurierfahrer fährt die Tüten dann am Nachmittag zwischen 15-17 Uhr vor die Haustüre der Kunden.

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