Zwölf Dinge, die Du für Deine Bibliothek tun kannst

Ich habe schon viel darüber geschrieben, was die Bibliothek für Einzelne tun oder sein kann. Einmal anders herum betrachtet kommt es zu einem Thema, das bisher beinahe sträflich vernachlässigt wurde: Wenn wir soviel für euch tun, wie könnt ihr uns eigentlich bei unserer Arbeit helfen? Wie könnt ihr euch an der Bibliothek beteiligen?

1. Kommt rum!…

Die Münchner Stadtbibliothek ist das größte öffentliche Bibliothekssystem in Deutschland – neben der zentralen Stadtbibliothek Am Gasteig gibt es unter anderem noch über 20 Stadtteilbibliotheken. Und das sind wunderbare Orte: helle und modern eingerichtete Gebäude voller toller Medien, Arbeitsplätzen, Chill-Out-Bereiche, W-LAN und Kaffeeautomaten! Das Ganze wird dann nur noch getoppt von meinen netten Kolleginnen und Kollegen, die vor Ort präsent sind und für jede Frage und Bitte ein offenes Ohr haben. Nicht zu vergessen die Öffnungszeiten: Fast alle Bibliotheken haben inzwischen auch samstags geöffnet, die Ausnahme stellen noch die Bibliotheken in Allach-Untermenzing, Bogenhausen, Fürstenried, Hadern, Milbertshofen, Ramersdorf und Westend dar. Die sind dafür dann aber am Montag, wenn die „Samstagsbibliotheken“ geschlossen haben, offen. Eine aktuelle Übersicht der Öffnungszeiten findet ihr hier.

Um in der Bibliothek zu sein, zu lesen, zu spielen und zu arbeiten, Menschen zu treffen und zu lernen, braucht ihr noch nicht mal einen Bibliotheksausweis. Wir freuen uns natürlich, wenn ihr einen habt. Sehr sogar. Aber grundsätzlich sind Bibliotheken wie unsere ein offener Ort, zugänglich für alle und jede. Das ist einer der Grundaufträge von öffentlichen Bibliotheken, und mit unserem Kernsatz „Wir sind da. Für alle.“ hat sich die Münchner Stadtbibliothek diese Überzeugung noch einmal ganz deutlich auf ihre Fahnen geschrieben. Der Bibliotheksausweis kommt erst zum Einsatz, wenn ihr etwas ausleihen wollt: dann jedoch unbedingt. Also, kommt doch mal rum zu uns!

2. … und holt euch einen Ausweis!

Werdet Bibliotheksnutzer oder -nutzerin! Der Ausweis kostet für Erwachsene im Jahr 20 und für ermäßigte NutzerInnen 10 Euro und gilt für jede Stadtteilbibliothek sowie für den Gasteig, die Juristische Bibliothek und das literarische Gedächtnis der Stadt, die Monacensia im Hildebrandhaus. Wer uns erst einmal testen möchte, kann sich so einen Ausweis auch für drei Monate ausstellen lassen: Die Gebühr beträgt dann sieben beziehungsweise vier Euro. Der Bibliotheksausweis für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist kostenfrei! Wenn man volljährig ist und nachweisen kann, dass man SchülerIn oder StudentIn ist oder sich in der Ausbildung befindet, beträgt der Jahresbeitrag 10 Euro. Einen Ausweis können alle bekommen, die in München wohnen oder arbeiten (wenn ihr zu uns kommt, müsst ihr beides nachweisen, zum Beispiel mit dem Personalausweis, oder einem Reisepass mit Meldebestätigung des Einwohnermeldeamtes.) Bei Interessierten, die in München arbeiten, bitten wir um einen Nachweis des Arbeitgebers bzw. der Arbeitgeberin.

Unsere Ausweise: bunt und mit viel Freiraum für eure Fantasie.

3. Besucht unsere Veranstaltungen <3

In den letzten Monaten dieses Jahres werden sage und schreibe 573 Veranstaltungen in 23 Bibliotheken stattfinden. Bei dieser beeindruckenden Zahl kann man annehmen, dass auch für jeden Geschmack etwas dabei sein wird. Woher ich so genau weiß, was 2019 noch alles bei uns passiert? Ganz neu bei der MSB ist ein vierteljährlich erscheinendes Programmheft, das die in den vergangenen Jahren immer mehr in den Vordergrund getretene Programmarbeit der Münchner Stadtbibliothek bündelt und übersichtlich präsentiert. In diesem neuen Heft findet man Rubriken wie „Wissen und Gesellschaft“, „Digital“, „Literatur“, „Kunst, Theater und Musik“, „Kino“ und natürlich „Kinder“. Das Heft wird künftig alle drei Monate erscheinen und in der ganzen Stadt verteilt werden. Natürlich liegt es aber auch online zum Download vor.

Also haltet entweder mal die Augen offen nach unserem Programm oder informiert euch direkt bei eurer Stadtbibliothek in eurem Viertel, was alles geboten wird! Die Veranstaltungsarbeit liegt uns nämlich ganz besonders am Herzen.

4. Seid nett!

Eine kleine Umfrage im direkten Kolleginnenkreis hat ergeben: Seid bitte nett. Nicht nur zu eurem Bibliothekspersonal (natürlich kann man mal einen nicht so guten Tag haben, aber „Hallo“ und „Bitte“ und „Danke“ verlangen einem ja nicht viel ab), sondern auch im Umgang miteinander: Wer eine Zeit lang in Bibliotheken gearbeitet hat kennt die Diskussionen, die Kund_innen miteinander führen können, etwa darüber, wer zuerst dran ist, zum Beispiel bei den PCs oder den Tageszeitungen. Wir sind doch für euch alle da! Manchmal braucht es nur ein wenig Geduld.

Pinnwand-Aktion: Die Bibliothek ist mein Ort, weil …

5. Sagt uns, was IHR wollt

Das kennt man ja: Man liest einen Artikel, sieht etwas im Internet, hört einen Podcast, in dem über ein bestimmtes Buch oder einen Film gesprochen wird, und das Interesse ist geweckt. Man wartet darauf, dass es die Stadtteilbibliothek des Vertrauens in ihren Bestand aufnimmt, oder hofft bei schon etwas älteren Titeln, dass er vorhanden ist. Und in seltenen Fällen wartet man leider vergeblich oder wird vielleicht gleich enttäuscht.

Und ihr alle dürft euch etwas wünschen, wenn euch etwas fehlt.

Aber bei so vielen Nutzerinnen und Nutzern und unterschiedlichen Geschmäckern kann es schon mal sein, dass uns etwas durchrutscht. Aber das ist kein Problem, denn hier kommt ihr ins Spiel: Wer einen Titelwunsch hat, kann diesen entweder digital angeben oder sich in einer der Bibliotheken direkt an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wenden: Wir haben da auch so ein Formular… Diese Titelwünsche erreichen dann direkt unsere LektorInnen, die diese prüfen. Wenn ihr eine E-Mail-Adresse und eine Bitte um Rückmeldung angebt, dann bekommt ihr sogar Bescheid ob das gewünschte Medium bald bei uns in den Bestand aufgenommen wird.

6. Arbeitet bei uns! Denn wir bilden aus.

Wir bilden aus! Der Ausbildungsberuf im Bibliothekswesen heißt „Fachangestellter/in für Medien und Informationsdienste“, kurz werden die jungen Kolleginnen und Kollegen auch FaMis genannt. In der dreijährigen Ausbildung wird sowohl das technische Know-How wie auch das inhaltliche Wissen vermittelt, um ihrer Funktion als „InformationsvermittlerInnen“ nachkommen zu können: Unsere Auszubildenden werden in ihrem Alltag sowohl mit den Aufgaben der BibliothekarInnen als auch mit denen der technischen KollegInnen vertraut gemacht.

Das ist so wichtig, weil sie am Ende der drei Jahre aus beiden Bereichen die (Kern)-Kompetenzen beherrschen werden: FaMis konzipieren und führen zum Beispiel Klassenführungen durch, können aber auch das Kassensystem bedienen. Sie kümmern sich um die Bestandspflege, beispielsweise durch Zukauf und Abschreibung von Medien, gleichzeitig sind sie verantwortlich für den täglich anfallenden Leihverkehr. Die Münchner Stadtbibliothek ist eine anerkannte Ausbildungsbibliothek, wir haben großes Vertrauen in unseren Nachwuchs: Einmal pro Jahr, immer gegen Ende, übernehmen die Auszubildenden selbständig mehrere Wochen lang die Leitung einer der Stadtteilbibliotheken.

Wenn unsere Azubis eine Bibliothek übernehmen, sieht das ungefähr so aus. Oder anders.

Wer sich bewerben möchte, benötigt einen mittleren Schulabschluss. Der Bewerbungsschluss ist immer bis zum 31. Dezember des Vorjahres, bevor die Ausbildung dann im September beginnt. Interessiert? Dann bitte hier klicken.

7. Und wir hätten noch ein paar andere Jobs im Angebot …

In der Münchner Stadtbibliothek arbeiten neben BibliothekarInnen, FaMis (und Bibliotheksangestellten) sowie den FaMi-Azubis noch die „Bibliothekarisch-Technischen“- Angestellten. Ich habe an anderer Stelle mal geschrieben, dass wir ohne diese KollegInnen morgens die Bibliothek nicht aufsperren könnten, und das stimmt: Die „Technischen“, wie man sagt, betreuen zum einen BibliotheksnutzerInnen an den Servicetheken und besorgen die Kassengeschäfte. Aber sie sind auch für viele unterschiedliche Ordnungsarbeiten zuständig, kümmern sich um das Einstellen der Medien nach unserer Systematik und sind ganz allgemein für das „Erscheinungsbild“ der Bibliothek zuständig sowie als AnsprechpartnerInnen für Nutzerinnen und Nutzer. Und das ist nur, was die BibliotheksbenutzerInnen sehen können. Sie sind außerdem für den täglich anfallenden Leihverkehr zuständig, für Medienkontrolle und die Reparatur kleinerer Schäden, manche leiten Bibliotheksführungen an, andere helfen bei dem reibungslosen Ablauf von Veranstaltungen ihrer Bibliothek, wieder andere führen Kinderveranstaltungen durch.

Außerdem noch bei uns zu finden: Fahrer! Die Bücherbusse, Medienmobile und der ganze Leihverkehr befördern sich mitnichten alleine von A nach B. Diese Kollegen fahren im Auftrag der Stadtbibliothek nicht nur mehrere tausend Kilometer im Jahr, sie haben auch genau im Auge, wo was hin muss und versorgen uns von der Hauspost bis hin zur Technik für Veranstaltung mit allem, was wir uns nur wünschen können.

Aktuelle Stellenanzeigen findet ihr immer auf auf dem Bewerberportal der Stadt München.

8. Oder arbeitet ehrenamtlich bei uns.

Bei der Arbeit in der Stadtbibliothek wären einige Dinge nicht möglich, wenn wir nicht auch von ehrenamtlichen „Kolleginnen und Kollegen“ Hilfe bekommen würden. Zum Beispiel lesen wöchentlich in vielen Stadtteilbibliotheken ehrenamtliche VorleserInnen vom Verein Lesefüchse e.V. den kleinen Nutzern Geschichten vor: Märchen, Sagen, spannende Abenteuer! Die beliebten Vorlesestunden darf jedes Kind ohne Voranmeldung besuchen.

Lerntreff in der Stadtbibliothek Sendling

Wer nicht so gerne vorliest, sondern anderen beim Deutschlernen helfen möchte, der ist beim Verein „Asylplus e.V.“ richtig: in regelmäßig stattfindenden Lerntreffs helfen Tutorinnen und Tutoren beim Deutschlernen, sowohl durch Einweisung in die Online-Lernangebote von Asylplus sowie durch Kommunikation – viel miteinander reden und gemeinsam lernen ist das Zauberwort!

9. Folgt uns auf Social Media!

Apropos Kommunikation: Redet mit uns, schreibt uns, markiert uns! Wir wollen uns mit euch austauschen, wir wollen wissen, was euch bewegt! Sei es nun zu der Arbeit der Münchner Stadtbibliothek, Veranstaltungen bei uns im Haus oder zu den neusten Neuigkeiten aus der Welt von Büchern, Autorinnen und literarisch Schaffenden! Wer uns in den Sozialen Netzwerken folgt, ist auch immer top informiert, was es bei uns Neues gibt. Deshalb sind wir nicht nur auf Facebook, sondern auch auf Instagram und Twitter.

(Wusstet ihr zum Beispiel, dass unser Instagram-Kanal durchgehend auf Wanderschaft ist? Die Verantwortlichen hinter den Posts wechseln alle paar Wochen, damit wir euch einen möglichst authentischen Eindruck geben können, was sich bei uns hinter den Kulissen so tut: Als Follower könnt ihr ein paar Wochen den FaMIs bei der Bibliotheksübernahme über die Schulter schauen, nur um einige Zeit später zu erfahren was die Technik-Abteilung der Münchner Stadtbibliothek den ganzen Tag so treibt, gefolgt von dem bunten Treiben in der Kinder- und Jugendbibliothek … lasst euch überraschen!)

10. Macht mit bei der Reading Challenge!

Lest gemeinsam mit uns! 2018 hat die Münchner Stadtbibliothek eine „Reading Challenge“ ins Leben gerufen: 12 Monate, das heißt 12 Themen und Motive, die Leserinnen und Leser inspirieren soll, über den literarischen Tellerrand zu sehen, sich mit anderen AutorInnen und Romanen auseinander zu setzen und ganz neue Perspektiven einzunehmen! Ganz nach dem Motto: Lesen verbindet!

Das kam im vergangenen Jahr so gut an, dass wir 2019 gleich damit weiter gemacht haben: In diesem Jahr ging es zum Beispiel schon um Großstadt, Frauenleben und Afro-Amerikanisch!, die kommenden Monate stehen dann zum Beispiel unter dem Motto Jüdisch, Fontane und Horror und noch vielem mehr. Hier gibt es alle Infos …

In unserem Blog gibt es zu Beginn jeden Monats Lesetipps und noch mehr Informationen zu dem gerade aktuellen Thema. Und dann heißt es: mitmachen und diskutieren! Ob im Blog, auf Instagram, auf Facebook: Wir möchten wissen, was die Reading Challenge bei euch bewirkt und welche Empfehlungen ihr noch für uns habt!

11. Oder sagt uns mit einem Lesezeichen, was ihr gut findet.

Eine der Veranstaltungsreihen die bei uns stattfinden, nennt sich „Lesezeichen“. Bei diesem Format, das in verschiedenen Bibliotheken stattfindet, informieren und erzählen unterschiedliche KollegInnen über neueste Bücher aus allen möglichen Bereichen.

Aber, nicht nur das! Es gibt auch eine Lesezeichen-Aktion, bei der ihr gefragt seid. In allen Bibliotheken liegen die Lesezeichen-Flyer aus, die so aussehen:

Ganz im Sinne des Hashtag #LesenVerbindet könnt ihr hier entweder selbst Lesetipps geben oder euch inspirieren lassen. Vielleicht habt ihr die Lesezeichen-Flyer ja schon in eurer Bibliothek entdeckt?

12. Macht mit beim Förderverein!

Der Förderverein „Bücher & mehr e.V.“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Stadtteilbibliotheken in allen nur denkbaren Anliegen zu unterstützen, sowohl bei der Veranstaltungsarbeit als auch bei der Ausstattung. Einige Wünsche und Anliegen sind nur Dank ihm umsetzbar, in meiner Bibliothek zum Beispiel haben wir einen tollen digitalen Bilderrahmen durch den Verein bekommen, der nun unser Schaufenster ziert.

Unsere Schöne: Die Monacensia im Hildebrandhaus

Auch die Monacensia hat einen eigenen Förderverein: die „Freunde der Monacensia e.V.“. Wer sich also lieber für das städtische Literaturarchiv engagieren will, kann das hier tun. Dies geht über das tatsächliche Beitreten zum Verein genauso wie durch Spenden.

Es gibt also so einiges, das ihr für uns tun könnt. Wenn ihr das wollt …

Wir freuen uns auf euch!


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Eva

Wer meine Texte gelesen hat, weiß, dass ich nach München pendle, keine Horrorfilme und kein Fleisch mag und kurz vor dem Mauerfall geboren wurde. Etwas, das ich folglich nicht gut kann: mich zurückhalten! 🙂 Wirklich gut hingegen kann ich organisieren und mit Leuten. Abseits von der Arbeit und meinem Lesesofa (egal welches Genre, immer her mit Comics und Graphic novels!), trifft man mich am ehesten noch beim Skaten, auf Konzerten oder im Kino: nach Lesen meine zweitgrößte Leidenschaft.

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