Mehr lesen! Der 7-Punkte-Plan

In jüngster Zeit höre ich immer wieder und immer öfter den geseufzten Satz „Ich komme irgendwie nicht mehr zum Lesen!“. Ich finde das auch gar nicht verwerflich – aber schade ist es schon! Denn Lesen macht bekanntermaßen gesund, glücklich, kommunikativ, klug, sexy und überhaupt. Und das wollen wir schließlich alle sein, oder? Deshalb folgt nun der nicht-patentierte 7-Punkte-Plan für alle, die wieder ein bisschen Schwung in ihr Leseleben bringen wollen.

1. Mache einen Streifzug durch die Bibliothek

Nein, ich sage jetzt nichts zum angeblich einzigartigen Duft von Büchern, denn der bedeutet mir persönlich gar nichts. Was ich an Bibliotheken mag, ist vielmehr die Dichte an Stimmen und geistiger Arbeit, die sie mir immer auch ein wenig stolz (zurecht!) präsentieren. Wenn ich gerade nicht recht weiß, was ich als nächstes lesen soll, weil ich auf all die ungelesenen zuhause irgendwie keine Lust habe, ich aber ein diffuses Bedürfnis nach Lesen habe, gehe ich immer in die Bibliothek. Ich fange dann mal bei A, mal bei M, mal bei P an, an den Regalen entlang zu laufen, einfach nur Namen und Titel lesend: diese Vielfalt an Menschen, die es unternommen haben, ein Buch zu schreiben! Mich fasziniert das jedesmal, und meist gehe ich mit drei oder vier Büchern nach Hause. Kurz gesagt: Durch eine Bibliothek zu streifen, ist die sicherste Methode, Lust aufs Lesen zu bekommen, und zwar jetzt und sofort!

2. Gehe nie ohne Buch aus dem Haus

Wie oft steht oder sitzt man irgendwo herum und muss warten: am Bahnhof, beim Arzt, auf dem Amt. Meist daddelt man dann sinnlos auf dem Mobiltelefon herum. Glücklich, wer da ein Buch zur Hand hat. Also: Habe immer ein Buch in der Tasche! Oder lade einfach eines bei uns herunter …

3. Nimm an einer Reading Challenge teil

Irgendetwas lesen ist ja ganz schön – aber ein spannender Plan wäre auch nicht schlecht? Eine hervorragende Quelle für Lese-Inspiration sind so genannte Reading Challenges: Listen mit Lese-Aufgaben, die ganz unterschiedliche Themen, Genres und Akzente haben. Wir haben im vergangenen Jahr unsere erste Reading Challenge veranstaltet und machen das in diesem Jahr auch wieder. Unter dem Motto „Lesen verbindet!“ wollen wir euch zu anderen Perspektiven, überraschenden Entdeckungen und gemeinsamen Erfahrungen inspirieren und motivieren. Und wenn dir unsere Reading Challenge nicht gefällt: Es gibt hunderte verschiedene Challenges – mit einer schnellen Suche im Internet findest du garantiert die passende für dich!

4. Setze dir ein Ziel

Das mag jetzt ein wenig nach Selbstoptimierungs-Blabla klingen, aber es hilft nunmal wirklich. Wichtig ist dabei vor allem, dass das Ziel realistisch ist. Es bringt gar nichts, 20 Seiten pro Tag oder 10 Seiten jeden Morgen als allgemeine Marke zu empfehlen. Du musst für dich das richtige Maß finden – ob das nun 5 Seiten während der täglichen 100 Liegestütze sind oder 50 Seiten jeden Sonntagmorgen. Hauptsache, du findest den passenden Takt und hältst dich daran.

5. Abbrechen ist erlaubt!

Jedes Buch hat seine Zeit, deshalb ist es absolut in Ordnung, ein Buch abzubrechen, mit dem man nichts anfangen kann. Es bringt nichts, sich durch ein Buch zu quälen – das vergällt nur das Lesen insgesamt. Und üblicherweise bekommt man das einst beiseite gelegte Buch ein paar Jahre später wieder in die Hände – und kann dann sein Glück nicht fassen. Abgebrochene Bücher sind nicht tot, keine Sorge …

6. Erzähle allen davon

Wer ein Ziel hat, braucht Unterstützerinnen und Helfer. Deshalb sage allen Freundinnen und Bekannten, offline wie online, dass du dir vorgenommen hast, mehr zu lesen, und wie und warum du das tust. Dabei finden sich dann meist auch gleich ein paar Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Womit wir schon beim letzten Punkt wären:

7. Tu dich zusammen

Lesen ist eigentlich eine einsame Tätigkeit, aber gemeinsam ist sie trotzdem schöner. Es gibt nichts, das mehr zum Lesen animiert als andere Lesende, mit denen man womöglich später auch noch über Bücher reden kann. Lesekreise gibt es mittlerweile in ganz unterschiedlichen Farben und Formen, digital wie vor Ort; Silent Reading und Shared Reading sind spannende Trends aus den USA, die hierzulande populärer werden und auch digital bereits ausprobiert werden. Und wenn da nichts passt, dann gründe einfach deinen eigenen Lesekreis – gute Tipps und vielfältige Unterstützung bekommst du auf Internetportalen wie von Verlagen.

 

Weiterlesetipps

Lesen verbindet! Reading Challenge der Münchner Stadtbibliothek 2019

Mein Literaturkreis: Onlineportal mit vielen Tipps und Empfehlungen

Zusammenlesen: Onlineportal für Lesekreise

@54reads: Twitter-Lesekreis des Literaturblogs 54books

#lesemittwoch der Buchhandlung Neusser Straße

 

 

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Katrin

Als Kind wollte ich Bibliothekarin oder Journalistin werden - nach dem Literatur-Studium entschied ich mich zunächst für Letzteres. Um dann doch wieder in einer Bibliothek zu landen: Seit 2015 bin ich in der Münchner Stadtbibliothek verantwortlich für die digitale Kommunikation (und damit auch für dieses Blog hier). Mein großes literarisches Interesse gilt (zumindest aktuell) der postkolonialen Literatur, vor allem vom afrikanischen Kontinent.

2 Kommentare zu “Mehr lesen! Der 7-Punkte-Plan

  1. Sam on 18/02/2019 at 1:36 pm sagt:

    Vielen Dank… ein schöner Artikel!

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