Lesezeichen 22/09: Die Literaturklicks der Woche

Alle Woche wieder: die besten Texte aus dem Netz über die Literatur in Gegenwart und Zukunft. Diesmal mit Chimamanda Ngozi Adichie und Svenja Leiber, Franz Kafka und George Orwell sowie der Geschichte, wie aus einer Jeanshose ein Literaturhaus wurde.


FRAUENGESCHICHTEN

„Wie kann es eine Frau wagen, zu begehren?“

Als Geschichtenerzählerin weiß ich, dass man sich manchmal einfach zu einer Geschichte hingezogen fühlt. Deshalb widerstrebt es mir, Schriftstellern Verantwortung aufzubürden. Wenn wir eine haben, dann die, weiterhin Geschichten über Menschen zu erzählen.

https://www.tagesspiegel.de/kultur/feminismus-ikone-chimamanda-adichie-wie-kann-es-eine-frau-wagen-zu-begehren/25017618.html

Dina Nayeri on Returning to the Hotel-Turned-Refugee-Camp of Her Childhood

One morning we woke up on holiday in Rome and craved to visit the refugee hostel where I had once lived, this place of personal legend—I remember that we both wanted to go. Maybe we sensed a coming exile.

https://lithub.com/dina-nayeri-on-returning-to-the-hotel-turned-refugee-camp-of-her-childhood/

Blendung und Überblendung
Von Svenja Leiber

Ob ich je Ähnlichkeiten zwischen Berlin und Damaskus entdeckt hätte, fragte mich Dima beim Kaffee, ob es für mich Überschneidungen gebe, Erinnerungen, bei denen ein Ort in den andern fließe? Und mein erster Gedanke war: Welches Damaskus? Welches Berlin?

https://www.fr.de/kultur/literatur/eine-berlinerin-damaskus-blendung-ueberblendung-12976154.html

Lucy Ellmann bites back at critics of her book’s length

I would die before I used a gimmick. The thing in art is to find the correct form. The word “gimmick” belittles that effort, it belittles art.

https://www.washingtonpost.com/entertainment/books/come-on-guys-its-just-a-novel-lucy-ellmann-bites-back-at-critics-of-her-books-length/2019/09/17/0596dbfe-c03d-11e9-a5c6-1e74f7ec4a93_story.html

BÜCHERLEBEN

Books Won’t Die

Increasingly, people of the book are also people of the cloud. At the Codex Hackathon, a convention whose participants spend a frenetic weekend designing electronic reading tools, I watch developers line up onstage to pitch book-related projects to potential collaborators and funders.

https://www.theparisreview.org/blog/2019/09/17/books-wont-die/

Wenn ein Algorithmus die ganze Literaturgeschichte revolutioniert
Von Miriam Meckel

Software wird nicht müde, leidet nicht unter Schreibblockaden und ist nie kreativ ausgebrannt. Wenn die Maschinen einmal begonnen haben, Geschichte zu schreiben, werden sie nicht wieder aufhören. Auch sie gehen dann mit Sprache um, aber sie sterben nicht, sondern setzen an zu einer unendlichen Erzählung des Mensch-Maschinozäns.

https://www.nzz.ch/feuilleton/maschine-und-mensch-ein-algorithmus-revolutioniert-die-literatur-ld.1506743

People Who Read Before Bed Not Only Sleep Better, But Eat More Healthily and Make More Money

If your go-to bedtime routine includes winding down with a great book, you’ve got a good thing going. We know you know that already (that’s why you keep doing it!), but reading before going to bed is not only working for you—it seems to have amazing, self-reported benefits for the masses, according to a recent survey. 

https://www.realsimple.com/health/preventative-health/sleep/reading-before-bed-survey

Metamorphosen der sexuellen Gewalt

Die antike Literatur strotzt vor frauenfeindlichen Darstellungen. Sollen wir das heute wirklich noch lesen – und gar unseren Kindern im Lateinunterricht zumuten?

https://www.zeit.de/kultur/2019-09/lateinunterricht-sexuelle-gewalt-antike-texte-metoo-10nach8/komplettansicht

MÄNNERGESCHICHTEN

Wie kam die Rippe in Roland Barthes’ Schublade?

Wenn sich Bildungsbürger über Schubladen unterhalten, sagt immer einer: Schiller! Und dann kommt die Geschichte mit den Äpfeln, die der Dichter in seinem Schreibtisch vor sich hin faulen liess. Schiller war bekanntlich überzeugt, im Modergeruch dieses Obstes geistig besser atmen zu können.

https://www.nzz.ch/feuilleton/schubladen-wie-kam-da-roland-barthes-rippe-rein-ld.1504285

Wo der Geheimdienst gern mithört

Leonardo Padura, der zurzeit berühmteste kubanische Schriftsteller, ist überall berühmt, nur nicht auf Kuba. Wie kann das sein? Ein Besuch bei ihm zu Hause.

https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article200575460/Schriftsteller-auf-Kuba-Ein-Besuch-bei-Leonardo-Padura.html

„I have outlived most of my critics. It gives me great pleasure“

Stephen King on his new book about a camp for telekinetic children, being a national treasure and listening to rock music as he works

https://www.theguardian.com/books/2019/sep/07/stephen-king-interview-the-institute

Der Mann, der alles über Kafka weiß

Reiner Stach, der große Kafka-Biograf, erzählt, was er bei Kafka über Sex, bei Tolstoi über den Tod und bei Sartre übers Biografieschreiben gelernt hat. Ein Hausbesuch in Berlin-Charlottenburg.

https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article200007598/Reiner-Stach-Was-man-bei-Kafka-ueber-Sex-bei-Tolstoi-ueber-den-Tod-lernt.html

The Communist Plot to Assassinate George Orwell

When George Orwell returned to Barcelona for the third time, on June 20th, 1937, he discovered that the Spanish secret police were after him. He had been forced to return to the front in order to have his discharge papers countersigned and, in his absence, the Communists had initiated a purge of their perceived enemies. Orwell was on the list.

https://lithub.com/the-communist-plot-to-assassinate-george-orwell/

BUCHMARKT

Stella Count shows gender bias in book reviews is changing

Within six years of its introduction, nearly half of all book reviews in Australia in 2018 were of works by female authors.

https://www.theguardian.com/books/2019/sep/19/nearly-half-of-all-book-reviews-in-australia-in-2018-were-of-works-by-female-authors

„Wir konsumieren keine Literatur“

Sofa statt Sprechpult, Bier statt Wasserglas: Wenn sich die Literatur der Bühne entzieht. Ein Gespräch mit den Organisatoren des Festivals der Unabhängige Lesereihen (ULF) in Nürnberg.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/themen/unabhaengige-lesereihen-festival-ulf-in-nuernberg-16381245.html

Einfach mal versuchen! Dann kann aus einer Jeanshose ein Literaturhaus werden

Es ist aus dem Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Dabei gibt es das Literaturhaus Zürich erst seit zwanzig Jahren. Ein Blick zurück in seine Anfänge.

https://www.nzz.ch/feuilleton/einfach-einmal-versuchen-wie-aus-einer-jeanshose-ein-literaturhaus-wurde-ld.1506377


Titelfoto: Joanna Kosinska on Unsplash

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Katrin

Als Kind wollte ich Bibliothekarin oder Journalistin werden - nach dem Literatur-Studium entschied ich mich zunächst für Letzteres. Um dann doch wieder in einer Bibliothek zu landen: Seit 2015 bin ich in der Münchner Stadtbibliothek verantwortlich für die digitale Kommunikation (und damit auch für dieses Blog hier). Mein großes literarisches Interesse gilt (zumindest aktuell) der postkolonialen Literatur, vor allem vom afrikanischen Kontinent.

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