Vier Fragen an: Kathrin Tschorn

Lesungen, Konzerte, Ausstellungen und vieles mehr: Unser Veranstaltungsprogramm ist umfangreich und vielfältig, gleichsam täglich könnt ihr neue Menschen und Ideen entdecken. Damit ihr unsere Gäste ein bisschen besser kennenlernen könnt, stellen wir sie hier im Blog mit unserem Fragebogen vor.
Heute: In unserem Debattenformat „Kontrovers“ widmet sich die Journalistin und Expertin für Body Positivity Kathrin Tschorn zusammen mit der Kulturwissenschaftlerin und Autorin Elisabeth Lechner sowie Christine Knödler (Literaturkritikerin) und Frank Griesheimer (Jugendbuchlektor) der Frage, welche Körperbilder die Kinder- und Jugendliteratur vermittelt und wo sie sich zwischen Body Positivity und Body Shaming verortet. Das Gespräch findet am 4. Mai um 19.00 Uhr als Live-Stream statt und ist auch danach auf Youtube zu sehen.

1. Stellen Sie sich bitte kurz vor.

Mein Name ist Kathrin Tschorn und ich lebe in Berlin. Ich bin Journalistin und Diplom-Politologin. Seit 2016 setze ich mich mit meinem Projekt Marshmallow Mädchen aktiv für Body Positivity ein und habe die body-positive Revolution sozusagen zu meinem Hauptberuf gemacht. In diesem Sinne unterstütze ich auf der einen Seite dicke Frauen dabei, ihre Körper anzunehmen. Auf der anderen Seite ist es mir ein Anliegen, Mythen über Mehrgewicht zu widerlegen und aufzuzeigen, wie schädlich die Diätkultur für uns alle ist.

Kathrin Tschorn (Foto: Noack – Fotografik)

2. Können Sie uns ein Buch empfehlen?

Die Glasglocke“ von Sylvia Plath. Es handelt von einer intelligenten und ehrgeizigen jungen Frau in den 50er Jahren, die fast am Rollenbild der Frau zugrunde geht. Themen wie Depression und Suizid werden sehr eindringlich und realitätsnah beschrieben. „Die Glasglocke“ ist also nicht gerade leichte Kost, aber ehrlich und ungeschönt. Mentale Gesundheit ist kein persönliches Problem, sondern zuallererst eine gesellschaftliche Aufgabe.

3. Was verbinden Sie mit Bibliotheken?

Den wundervollen Geruch von Büchern. An meiner Universität gab es in einer barocken Schlossanlage eine winzige Bibliothek für die philosophischen Studiengänge mit jeder Menge sehr alter Bücher. Ich war dort oft – nicht etwa zum Lernen, sondern zum Entspannen im Bücherduft.

4. Und wie geht es mit der Welt weiter?

Ich wünschte, ich könnte darauf eine Antwort voller Zuversicht geben. Aber ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Derzeit beobachte ich zwei entgegengesetzte gesellschaftliche Strömungen: Auf der einen Seite gibt es die Gruppe derer, die sich ins Konservative zurückziehen und rückwärtsgewandte, gar menschenfeindliche Ideale anpreisen. Auf der anderen Seite steht eine Gruppe, die wirtschaftliche, politische, soziale und ökologische Systeme neu denken möchte. Ich hoffe, die Geschichte blickt irgendwann zurück und stellt fest, dass sich Letztere durchgesetzt hat.

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