Vier Fragen an …
… Johannes Herwig

Lesungen, Konzerte, Ausstellungen und vieles mehr: Unser Veranstaltungsprogramm ist umfangreich und vielfältig, gleichsam täglich könnt ihr neue Menschen und Ideen entdecken. Damit ihr unsere Gäste ein bisschen besser kennenlernen könnt, stellen wir sie hier im Blog mit unserem Fragebogen vor. Heute: Johannes Herwig, der am 10. April mit Christine Knödler, Frank Griesheimer und Gregor Pelger über Geschichte in Jugendbüchern diskutiert (Debattenreihe Kontrovers).

1. Stellen Sie sich bitte kurz vor.

Ich bin Johannes Herwig, 1979 in Leipzig-Connewitz geboren und aufgewachsen. Kind in der DDR, Jugendlicher in einer Stadt im Umbruch. Schon als kleiner Junge wollte ich schreiben, aber mein Leben hat viele Umwege genommen. In den Neunzigern war ich Punk, später habe ich studiert genau so wie ich auf dem Bau gearbeitet habe. Ich bin Gründer der Filmgalerie Phase IV in Dresden und habe mich viele Jahre für die Filmkunst engagiert. 2017 konnte ich schließlich mein erstes Buch veröffentlichen: „Bis die Sterne zittern“, ein Roman über die Leipziger Meuten, der 2018 von der Jugendjury für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde.

Johannes Herwig (c) Gerstenberg Verlag

2. Können Sie uns ein Buch empfehlen?

„Hool“ von Philipp Winkler, ein so gewalttätiges wie sprachlich unglaublich zärtliches Buch, sowie „Blutsbrüder“ von Ernst Haffner, eine karg-poetische Milieustudie über obdachlose Jugendliche im Berlin Anfang der 1930er, im Übrigen ein originaler Text aus dieser Zeit.

3. Was verbinden Sie mit Bibliotheken?

Entdeckungen, die ich sonst nicht gemacht hätte. Eine Bibliothek ist wie eine wohlsortierte Buchhandlung noch immer ein Vielfaches inspirierender als alle Onlineshops der Welt. Eltern tun gut daran, ihren Kindern den Wert von Büchern zum Anfassen mit auf den Weg zu geben – das funktioniert natürlich am besten, wenn sie mit gutem Beispiel voranschreiten.

4. Und wie geht es mit der Welt weiter?

Wenn, dann anders als jetzt. Egoismus ist eine Sackgasse, Profitorientiertheit die sprichwörtliche Säge am Ast, auf dem die Menschheit sitzt. Die Uhr zeigt zehn nach 12, und der Wecker scheint immer noch nicht bei allen zu klingeln. Wir brauchen dringend den politischen Willen, bezüglich Themen wie Umwelt, Landwirtschaft, Ressourcenverbrauch und Energiegewinnung massivst umzudenken. Die Zeit für Ausflüchte ist vorbei. Wenn die Leute endlich ihre Scheu davor ablegen, diese schlichte Wahrheit anzunehmen, habe ich Hoffnung.

 

Alle Interviews der Reihe „Vier Fragen an“

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