Valery Gergiev und das Mariinsky
Theater-Orchester unterwegs mit der Transsib

Montag vor dem Carl-Amery-Saal im Kulturzentrum Gasteig: Lange Schlangen weisen den Weg zu einem besonderen Filmereignis. Nach seiner Erstaufführung zum Filmfest 2014 ist der noch nicht als DVD im Handel erhältliche Dokumentarfilm „Gergiev: A Certain Madness“ wieder in München zu sehen – dank einer Filmreihe, mit der die Musikbibliothek der Münchner Stadtbibliothek den Münchner Philharmonikern zum 125. Geburtstag gratuliert. Im Anschluss sprachen der Regisseur Alberto Venzago und Christian Beuke von den Münchner Philharmonikern über das Werk und seine Entstehung.

Valery Gergiev in musikalischer Aktion. Alle Bilder: Alberto Venzago

Was machen die Musiker auf der 14.320 km langen Reise mit der Transsib quer durch Russland? Zeitvertreib mit Schach, Gummitwist, schlafen, lesen … Üben an allen möglichen und unmöglichen Plätzen … Regisseur Alberto Venzago und sein Filmteam haben Valery Gergiev und sein Orchester des St. Petersburger Mariinski Theaters auf ihrer Russlandtournee mit der Transsibirischen Eisenbahn in entlegene Ecken des riesigen Landes begleitet.

Die Dokumentation zeigt in wunderschön gefilmten Schwarz-Weiß-Bildern, wie die Musiker sich in den endlosen Fahrtstunden die Zeit vertreiben, während die beeindruckende russische Landschaft vorbeirauscht. Musikalisch untermalt wird das Ganze von dem, was das Orchester Abend für Abend auf die Bühne bringt.

„Sie verdienen gute Musik“, sagte Gergiev über die Menschen in der russischen Provinz, die normalerweise nicht einfach so in den Genuss von Mariinski-Darbietungen kommen können. Und darum nehme er die Strapazen der 14320 Kilometer langen Reise auch gerne auf sich.

Nach den beeindruckenden Bildern und dazu korrespondierender Musik gab es noch ein Extra dazu: Alberto Venzago und Christan Beuke von den Münchner Philharmonikern unterhalten sich über das Tourneeleben mit Valery Gergiev und erzählen sehr lebendig persönliche Anekdoten von den Dreharbeiten und aus dem täglichen Leben mit dem Orchester. Auch die Fragen der Zuschauer werden ausführlich beantwortet.

Alberto Venzago gilt als einer der bedeutendsten Schweizer Reportage-Fotografen. Seit über 40 Jahren arbeitet der Gewinner des „Robert Capa Awards“ für weltweit renommierte Nachrichtenmagazine wie den Stern, das Sunday-Time Magazine und Life. Kritiker attestieren ihm die Fähigkeit, mit seiner Linse an den Menschen zu kleben, ohne dass sie ihn bewusst wahrnehmen. So entstehen intime Portraits und Zeitdokumente.

Der Film ist Teil der Filmreihe „Philharmonische Welten“: 125 Jahre Münchner Philharmoniker, die die Musikbibliothek zu Ehren der berühmten Nachbarn ausrichtet. Im Bestand der Musikbibliothek sind die Münchner Philharmoniker ebenfalls sehr prominent mit über 300 CDs und Musikfilmen vertreten.

Weitere Filmabende folgen am 4. Februar um 19.00 Uhr: Sergiu Celibidache bei der Probenarbeit mit den Münchner Philharmonikern mit Bruckners 9. Sinfonie. Und am 1. April um 19.00 Uhr gibt es zum Abschluss der Reihe Friedrich Guldas Cellokonzert mit dem Cellovirtuosen Heinrich Schiff, beim „Concerto for myself“ ist der Komponist Gulda selbst am Klavier zu hören.

Mehr Info zur Filmreihe …

Helga Schäfer / Musikbibliothek, Münchner Stadtbibliothek Am Gasteig

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