Tag Archiv: Roman

  • Auch im Alter bleibt es spannend

    Peter Schneider: Club der Unentwegten (Roman)

    Als Peter Schneiders Erzählung „Lenz“ 1973 im Rotbuch-Verlag erschien, habe ich zum ersten Mal etwas von ihm gelesen. Das Buch musste man damals einfach gelesen haben. Es war ein Kultbuch. Es ist ein tolles Buch! Peter Schneider arbeitet darin seine 68er-Zeit auf, die Hauptperson Lenz hat die gleiche politische Sozialisation wie der Autor. Wer mehr darüber wissen will: hier ein Interview mit Peter Schneider. Am Anfang sieht man den Schriftsteller, als nachdenklichen, älteren Mann. Aber gegen Ende des Interviews ist er locker und frech. Er ist dann genau so, wie man ihn sich vorstellt, wenn man seine Bücher liest. Weiterlesen

  • Lesezeichen im Dezember

    13 empfehlenswerte Bücher

    Für die Reihe „Lesezeichen“ touren unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch unsere Bibliotheken, um den Münchnerinnen und Münchnern ihre Lieblingsbücher vorzustellen. Und damit alle etwas davon haben, gibt es ihre Tipps auch hier im Blog. Weiterlesen

  • Keine Liebesgeschichte: „Eileen“ von Ottessa Moshfegh

    Warum lesen wir, was wir lesen? Manchmal sind es Büchertipps von besonderen Menschen, Besprechungen in den Medien, das Cover oder der Titel, Algorithmen im Internet oder Nominierungen und Auszeichnungen, die uns auf ein bestimmtes Buch aufmerksam machen. Ich habe „Eileen“ gelesen, weil dieses Buch 2016 auf der Shortlist des Man Booker Preises stand. Kurz nach Beginn der Lektüre habe ich mich jedoch gefragt, ob die Nennung auf der Shortlist ausreicht, um mich zum Weiterlesen zu bewegen, denn „Eileen“ mutet dem Leser einiges zu. Zum Glück bin ich am Ball geblieben, denn der Roman gibt einen lesenswerten Einblick in ein kaputtes Leben – mit einem Hoffnungsstrahl am Horizont.

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  • Schöne neue Welten!

    Über Neuerscheinungen, Neuauflagen und Neuausrichtungen in der Science Fiction

    Science-Fiction ist wieder da. Manche fragen sich jetzt vielleicht: War dieses Genre jemals weg? Nein, natürlich nicht! Aber seit einigen Monaten gibt es soviel Neues, dass das besondere Interesse von meiner Kollegin Eva und mir, Stefanie, geweckt war.

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  • Macht es wie die Franzosen!

    Frankreich ist dieses Jahr Gastland der Frankfurter Buchmesse. Im Pressedossier „Francfort en francais“ (PDF) kann man schon jetzt lesen, was alles geplant ist. Unzählige Lesungen und andere Veranstaltungsformate werden stattfinden, und die Liste der Schriftsteller_innen, die nach Frankfurt kommen werden, ist lang: Djian, Khadra, Clézio, Houllebecq, Despentes, Nothomb, Vigan, Reza, Blondel – um nur einige zu nennen, die ich kenne. Weiterlesen

  • Nigeria erlesen

    Ein Dutzend Empfehlungen, wie man Nigeria literarisch erleben kann

    Nigeria ist eine Erfindung. Der Staat, heute der bevölkerungsreichste des afrikanischen Kontinents, entstand 1914 durch die nominelle Zusammenlegung der britischen „Protektorate“ Nord-Nigeria und Süd-Nigeria zur Kolonie Nigeria: ein Gebiet, auf dem zahllose jahrhundertealte Kulturen lebten, die nun zu einer Nation und zu Englisch als gemeinsamer Sprache zwangsvereint wurden. 1960 entließ Großbritannien das Land in die Unabhängigkeit; nur sieben Jahre später brach der Biafrakrieg aus, ein denkbar brutaler Bürgerkrieg, der das Land zum wohl ersten Mal in den Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit rückte – und weiterhin das nationale Trauma Nigerias darstellt. Weiterlesen

  • Vergangenheit bewältigen, ankommen in der Gegenwart

    J.L. Carr: Ein Monat auf dem Land (Roman)

    1920, in der kleinen englischen Ortschaft Oxgodby: Der junge Tom Birkin soll ein mittelalterliches Fresko mit einer Szene aus dem Jüngsten Gericht freilegen. Mit seinem ersten Job als Restaurator versucht er nicht nur, etwas Geld zu verdienen, sondern auch Abstand vom Wahnsinn der Welt seiner Zeit zu gewinnen.

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