#Wirziehenum: Neue Bibliothek mit altem Industriecharme

Durch die Sanierung des Gasteig teilt sich die Stadtbibliothek am Gasteig künftig auf mehrere Orte auf. Eine große Veränderung erwartet all unsere Kolleg*innen. In dieser Serie geben wir Einblicke, wo es die einzelnen Akteur*innen hinzieht und was der Umzug für sie bedeutet.

Jan David Hanrath, Berater des niederländischen Designkollektivs Ministerium für Vorstellungskraft, unterstützte die Münchner Stadtbibliothek nicht nur bei der Konzeption der neuen Stadtbibliothek im HP8, sondern bei der Gestaltung eines offenen, innovativen und experimentierfreudigen Orts für alle.

Die Halle E im Gasteig HP8 ist eine ehemalige Lagerhalle für Transformatoren und zugleich die neue temporäre Unterkunft der Münchner Stadtbibliothek. ‚Transformator‘ bedeutet Veränderung und genau das drücken wir mit der Einrichtung der Bibliothek aus. Wir schaffen einen Ort, an dem an neuen Ideen getüftelt werden kann. Ein Platz, der zur Weiterentwicklung motiviert.

Das ist notwendig, weil wir die Zukunft nicht vorhersehen können. In den nächsten Jahren wird sich die Gesellschaft schneller denn je verändern und damit auch die Bedürfnisse der einzelnen Personen. Deshalb müssen wir für die Veränderung bauen.

„Wir müssen für die Veränderung bauen“, sagt Jan David Hanrath, Berater des Ministeriums für Vorstellungskraft.

Was wir dafür brauchen? Vorstellungskraft, eine kreative Herangehensweise und ein Fokus auf temporäre Lösungen. Die Räumlichkeiten der Stadtbibliothek im HP8 wurden daher so flexibel wie möglich entworfen. Je nach aktuellen Themen, die Münchner*innen beschäftigen, können die Bibliothekskolleg*innen passende Medien in Szene setzen und Veranstaltungen planen. Auch die große Musiksammlung der Bibliothek mit ihren multimedialen Angeboten, wie e-Pianos, einem MusikLab oder Sonic Chairs, bieten Möglichkeiten für Neues. Mit den verschiedenen Nachbar*innen auf dem Gasteig HP8 Gelände sind noch intensivere Zusammenarbeiten denkbar.

Passend zum industriellen Charme und temporären Charakter der Halle E bestehen die Möbel der Stadtbibliothek aus wiederverwendbaren Materialien. Viele davon haben ihren Ursprung in der Transport- und Verpackungsindustrie. Die Möbel lassen sich flexibel anordnen, wodurch der Ort Bibliothek flexibel auf Neues reagieren kann: Seien es wichtige gesellschaftliche Diskussionen oder kurzfristige Trends. Die Bibliothek ist daher in jeder Hinsicht „work in progress”.

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Aus Pappe und Holz: Die Regale und Tröge in der Stadtbibliothek im HP8 bestehen aus wiederverwendbaren Materialien.

Im wahrsten Sinne des Wortes wird die Stadtbibliothek im HP8 zur Open Library: Nicht nur mit erweiterten Öffnungszeiten sind wir deutlich länger für die Besucher*innen da. Wir laden sie zudem ein, Teil der Bibliothek der Zukunft zu werden und diese aktiv mitzugestalten. Es wird ein großes Experiment für uns alle!

Interesse an der Bibliothek der Zukunft? Am Eröffnungswochenende der Stadtbibliothek im HP8 geben Rob Bruijnzeels und Joyce Sternheim vom Ministerium für Vorstellungskraft einen Workshop über „Imagination and Participation – Die öffentliche Bibliothek im 21. Jahrhundert“.

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