Mensur Demir: Stadt-Land-Geld im Blick von Architektur und Kunst | #MYNCHEN – 2

Der bosnische Architekt Mensur Demir nähert sich dem Thema Stadt -Land-Geld aus der Perspektive der Kunst. Seine exklusiv für #MYNCHEN entstandenen Illustrationen vereinen den Blick des Architekten mit dem des Künstlers und bilden einen ganz eigenen Zugang zum Thema. Worin liegt der besondere Reiz der Stadt? Welche Rolle spielt die Natur? Und wie wirken sich Lockdown und Ausgangssperre auf unsere Wahrnehmung der uns umgebenden Architektur aus? In seinen kommentierten Zeichnungen findet Mensur Demir ganz eigene und einzigartige Antworten auf diese Fragen.
Der Beitrag ist zweisprachig, sowohl die bosnischen Texte als auch die deutschen Übersetzungen der Kommentare zu den Zeichnungen stammen von Mensur Demir.

Bosanski arhitekt Mensur Demir temi grad-selo-novac pristupa iz perspektive umjetnosti. Njegove ilustracije, stvorene ekskluzivno za #MYNCHEN, kombiniraju pogled arhitekta i umjetnika i čine vrlo jedinstven pristup temi. U čemu je posebna čar grada? Kakvu ulogu igra priroda? I kako lockdown i policijski čas utiču na našu percepciju arhitekture oko nas? U svojim komentarima uz crteže Mensur Demir pronalazi svoje i jedinstvene odgovore na ova pitanja.
Prilog je dvojezičan, komentare uz crteže na njemački preveo je Mensur Demir.

Komentari & ilustracije Mensura Demirja // Kommentare & Illustrationen von Mensur Demir

Die Stadt als erweitertes Zuhause (c) Mensur Demir

Grad kao produžetak doma

Čari grada leže u tome da je grad neka vrsta produžetka našeg doma.

Grad je materijalizirana ljudska potreba za organizacijom i utilizacijom prostora radi zadovoljavanja svojih potreba. Svako naselje, od sela do grada, reflektira stanje duha svojih žitelja.

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Die Stadt als erweitertes Zuhause

Der Reiz der Stadt liegt in dem Konzept, dass die Stadt die Erweiterung unseres Heims ist.

Die Stadt ist ein materialisiertes menschliches Bedürfnis, den Raum zu organisieren und ausnutzen, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Jede Siedlung, vom Dorf bis zur Metropole, spiegelt den Geisteszustand ihrer Bewohner*innen wider.


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spekulative Sicht auf das Land (c) Mensur Demir

Špekulantski pogled na selo

Koliko košta m2 građevinskog tla u gradu ili selu i zašto toliko košta? Urbanizmom pokušavamo regulisati koliko uzimamo od prirode, koliko ostavljamo netaknuto, a koliko tla nepovratno modificiramo i pretvaramo u kapital.

Ponekad se priroda drzne pa svojim silama pokaže da plaćeno nije uvijek i kupljeno.

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Eine spekulative Sicht auf das Land

Wie viel kostet ein Quadratmeter Bauland in einer Stadt oder einem Dorf und warum kostet es so viel? Durch den Urbanismus versuchen wir zu regulieren, wie viel wir der Natur nehmen, wie viel wir intakt lassen und wie viel Boden wir irreversibel verändern und in Kapital umwandeln.

Manchmal wagt die Natur aus eigener Kraft zu zeigen, dass das, was bezahlt ist, nicht immer unser Eigentum ist.


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Stadt & Land (c) Mensur Demir

Grad kao presjek cijelog društva

Grad nije foto-tapeta koju gledamo kroz prozor našeg doma – grad je mjesto u kojem na malom prostoru doživljavamo presjek cijelog društva. Koristimo sve mogućnosti interakcije, komunikacije ideja i kulture koje su nam u gradovima na raspolaganju.

Selo predstavlja mjesto na kojem na velikom prostoru možemo doživjeti presjek prirode, pronaći smiraj i inspiraciju u njegovoj zvučnoj kulisi.

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Die Stadt als Querschnitt der gesamten Gesellschaft

Die Stadt ist keine Fototapete, die wir durch das Fenster unseres Zuhauses anschauen – die Stadt ist ein Ort, an dem wir auf kleinem Raum einen Querschnitt der gesamten Gesellschaft erleben. Wir nutzen alle Möglichkeiten der Interaktion, Ideen- und Kulturkommunikation, die uns in den Städten zur Verfügung stehen.

Das Dorf ist ein Ort, an dem wir einen Querschnitt der Natur in einem großen Gebiet erleben und in seiner Klanglandschaft Ruhe und Inspiration finden können.


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Die Schubladen-Stadt (c) Mensur Demir

Grad ladica

Grad bez zelenila, bez javnih prostora, koji nam barem simuliraju osjećaj boravka u kontaktu sa našim izvornim elementima prirode, jer ipak smo bića koja su u nekom smislu došla iz prirode, takav grad je grad-regal. Gusto naslagani, puni regal.

Grad u kojem radimo i živimo u strogo tajmiranom režimu, sa stanovima u kojima parkiramo tijelo preko noći, sa danima provedenim u mašineriji rada.

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Die Schubladen-Stadt

Eine Stadt ohne Grün, ohne öffentliche Räume, die zumindest das Gefühl simulieren, mit unseren ursprünglichen Elementen der Natur in Kontakt zu sein, da wir immer noch Wesen sind, die gewissermaßen aus dem Wald stammen, eine solche Stadt ist ein Stadtregal. Ein dichtgepacktes, volles Regal.

Die Stadt, in der wir streng zeitgesteuert arbeiten und leben, mit Wohnungen, in denen wir den Körper über Nacht parken, mit Tagen, die wir in der Arbeitsmaschinerie verbringen.


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Lockdowns (c) Mensur Demir

Lockdowns

U vremenu lockdowna još intenzivnije osjećamo dobru ili lošu arhitekturu koja nas okružuje.  Sretnim se mogu smatrati oni koji u gradu imaju balkon, terasu, dok ljudi na selu obično imaju svoja privatna dvorišta i prirodu na raspolaganju.

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Lockdowns

In Zeiten wie diesen fühlen wir die gute oder schlechte Architektur, die uns umgibt, noch intensiver. Glücklich können diejenigen sein, die in der Stadt einen Balkon oder eine Terrasse haben, während die Menschen auf dem Land normalerweise ihre private Höfe und die Natur zur Verfügung haben.

Illustration und Text: Mensur Demir
Mit freundlicher Unterstützung von Denijen Pauljević.

Der bosnische Künstler und Architekt Mensur Demir, Foto © Damir Dautbegovic
Mensur Demir, Foto © Damir Dautbegovic

Mensur Demir, (* 1980. u Doboju, Bosna i Hercegovina) pobjegao je iz zemlje tokom rata 1993. godine i sljedećih pet godina proveo u Minhenu. Tokom svog izbjegličkog vremena počeo je slikati i izlagati. Po povratku u Bosnu i Hercegovinu studirao je arhitekturu. Kasnije je radio kao asistent na fakultetu za arhitekturu Univerziteta u Sarajevu i kao slobodni arhitekta u Sarajevu. Kao docent predavao je crtanje iz ruke, opisnu geometriju i osnove dizajna. Njegovi neovisni arhitektonski projekti uključuju Muzej ratnog djetinjstva u Sarajevu, koji je dobio nagradu Europskog muzejskog foruma Vijeća Europe 2018. Demir piše o arhitekturi za hrvatski trgovački časopis Oris. Uz to slika i ilustrira. 2014. bio je gost Šta ima!? festivala u Minhenu kao deo književno-crtačkog performansa sa bosanskim piscem Dževadom Karahasanom. Od početka 2020. godine arhitekta i umjetnik Mensur Demir ponovo živi i radi u Minhenu.

Mensur Demir, (*1980 in Doboj, Bosnien) flüchtete 1993 vor dem den bosnischen Krieg und verbrachte die folgenden fünf Jahre in München. Während seiner Zeit als Flüchtling begann er zu malen und auch auszustellen. Nach der Rückkehr nach Bosnien, studierte er Architektur. Später arbeitete er als Assistent an der Architekturfakultät der Universität von Sarajevo und war als angestellter und selbständiger Architekt in Sarajevo tätig. Als Lehrbeauftragter unterrichtete er Freihändiges Zeichnen, Darstellende Geometrie und Grundlagen des Entwerfens. Zu seinen selbständigen Architekturprojekten gehört u.a. das Museum der Kriegskindheit in Sarajevo, ausgezeichnet mit dem Museumspreis des Europarates 2018. Für das kroatische Fachmagazin Oris schreibt er über Architektur.

Daneben malt und illustriert Demir. 2014 war er im Rahmen des Šta ima!? Festival in München Teil einer literarisch-zeichnerischer Performance mit dem bosnischen Schriftsteller Dževad Karahasan. Seit Anfang 2020 lebt und arbeitet der Architekt und Künstler wieder in München.

Stadt – Land – Geld #MYNCHEN

Was kostet die Stadt? Was kostet das Land? Und zwar nicht nur finanziell, sondern auch sozial, kulturell und psychisch. Gemeinsam mit internationalen Kulturschaffenden fragen wir im zweiten Teil von #MYNCHEN: Stadt oder Land? Und: Kann man sich die Wahl überhaupt leisten?

Hier stellen wir Euch die beteiligten Künstler*innen und Schriftsteller*innen vor:

Stadt – Land – Geld: Die Stadt im Blick von Kunst & Literatur | #MYNCHEN – 2

Bisher erschienen:

Das Projekt wird gefördert im Programm

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