Internationale Wochen gegen Rassismus

Doris Hoch 5: Neu eingetroffen im März

Regelmäßig stellt euch unsere Belletristik-Referentin Doris eine Auswahl lesenswerter Neuerscheinungen vor: bemerkenswerte Romane, jenseits von Bestsellerlisten und Amazon-Fünf-Sterne-Bewertung, die das Lesen lohnen, weil sie neue Perspektiven eröffnen, unerhörte Geschichten erzählen, Ausnahmen auf dem Buchmarkt darstellen. Für mehr Bibliodiversität und Vielfalt im Regal!

Ein Klick aufs jeweilige Cover führt in unseren Onlinekatalog zum Ausleihen oder Vormerken.

aus dem Englischen von Yvonne Eglinger, Piper Verlag, 208 Seiten

Jacqueline Woodson: Alles glänzt

„Alles glänzt“ fängt facettenreich ein, was Identität, Begehren, Ambition und sozialer Status für eine Familie bedeuten, in der die Gräuel der Sklaverei bis in die Gegenwart fortwirken. Selten wurde so lyrisch und leicht, so eindringlich und versöhnlich erzählt, was es heißt, in der Geschichte verwurzelt zu sein – und sich am Ende aus ihr zu erheben. Jacqueline Woodson, geboren 1963, zählt zu den bedeutendsten Jugendbuchautorinnen der USA. Wichtige Themen ihres Schreibens sind die afroamerikanische Geschichte, Klassenverhältnisse und Geschlechterhierarchien. „Woodson gleitet anmutig durch die Generationen und ihre Geschichten, sie tanzt zu der Musik der Zeit.“ (Times Literary Supplement)


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Carl Hanser Verlag, 430 Seiten, auch als eBook

Mithu M. Sanyal: Identitti

Was für ein Skandal: Prof. Dr. Saraswati ist WEISS! Schlimmer geht es nicht. Denn die Professorin für Postcolonial Studies in Düsseldorf war eben noch die Übergöttin aller Debatten über Identität – und beschrieb sich als Person of Colour. Den Schleudergang dieses Romans verlässt niemand, wie er*sie ihn betrat. Mithu Sanyal wurde 1971 in Düsseldorf geboren und ist Kulturwissenschaftlerin, Autorin, Journalistin und Kritikerin. „Furios, programmatisch, scharfzüngig, formenwandlerisch … Man wünscht sich, dass Debatten über kulturelle Identität im Feuilleton öfter mal mit ähnlicher Lust und Selbstironie wie in „Identitti“ geführt würden.“ (Andreas Busche, Tagesspiegel, 01.03.21)


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S. Fischer Verlag, 317 Seiten

Sharon Dodua Otoo: Adas Raum

Ada erlebt die Ankunft der Portugiesen an der Goldküste des Landes, das einmal Ghana werden wird. Jahrhunderte später wird sie für sich und ihr Baby eine Wohnung in Berlin suchen. Ada ist viele Frauen, sie lebt viele Leben. Sie erlebt das Elend, aber auch das Glück, Frau zu sein, sie ist Opfer, leistet Widerstand und kämpft für ihre Unabhängigkeit. Sharon Dodua Otoo (*1972 in London) ist Autorin und politische Aktivistin. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin. „Otoos Art, persönliches und historisches Leid zu brechen zugunsten einer funkenstiebenden artistischen Erzählkonstruktion, lässt diese Geschichte zu einem literarischen Abenteuer werden.“ (Denis Scheck, WDR)


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aus dem Englischen von Tanja Handels, auch als eBook und eAudio sowie als Buch im englischen Original

Bernardine Evaristo: Mädchen, Frau etc.

Die Dramatikerin Amma steht kurz vor dem Durchbruch, ihre Freundin Shirley dagegen ist nach jahrzehntelanger Arbeit an Londoner Schulen ausgebrannt. Carole arbeitet als Investmentbankerin, ihre Mutter Bummi will ebenfalls auf eigenen Füßen stehen und gründet eine Reinigungsfirma. In ihrem Roman über Herkunft und Identität verwebt Bernardine Evaristo die Geschichten schwarzer Frauen zu einem vielstimmigen Panorama unserer Zeit. Dafür wurde sie 2019 mit dem Booker-Preis ausgezeichnet. „Ein beeindruckender, leidenschaftlicher Roman über das Leben schwarzer britischer Familien, ihre Kämpfe, Schmerzen, ihr Lachen, ihre Sehnsüchte und Lieben.“ (Jury des Booker-Preises)


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Hoffmann und Campe Verlag, 191 Seiten, auch als eBook

Asal Dardan: Betrachtungen einer Barbarin

Als Kind iranischer Eltern ist Asal Dardan in Deutschland aufgewachsen, die Erfahrung des Exils hat sie geprägt. In einer erhellenden Auseinandersetzung mit der deutschen Gesellschaft begibt sie sich auf die Suche nach einer gemeinsamen Sprache, nach der Überbrückung des ewigen Gegensatzes von „Wir“ und den „Anderen“. Asal Dardan, geboren 1978 in Teheran, wuchs nach der Flucht ihrer Eltern aus dem Iran in Köln, Bonn und Aberdeen auf, sie studierte Kulturwissenschaften und Nahoststudien. „[Dardan] weiß, wie es ist, als Einzelne durch die Zuordnung zu einer Gruppe zum Verschwinden gebracht zu werden, und sie wehrt sich.“ (Sonja Zekri, Süddeutsche Zeitung, 05.03.2021)


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