Horror!

Reading Challenge im Oktober

Literatur kann Angst machen, und zwar richtig schlimme. Das ist auch gar nicht neu: Seit Geschichten geschrieben werden, finden sich darin Momente, in denen es die Leserinnen und Leser ordentlich gruselt. Als eigenes Genre etablieren sich im 18. Jahrhundert die Schauerromane, und seither geistern Vampire und andere Untote durch die Literatur.

Natürlich war Halloween der Anlass, dass wir „Horror“ als Oktober-Thema der diesjährigen Reading Challenge ausgewählt haben. Wobei es uns dabei nicht nur um Bücher mit Gespenster und irren Mördern geht. Sondern um alle Bücher, die uns Angst machen – aus welchen Gründen auch immer. Hier sind unsere schröcklichen Geschichten:
(Ein Klick auf das jeweilige Cover führt euch direkt in unseren Onlinekatalog zum Ausleihen oder Vormerken.)


Piper Verlag, 557 Seiten

Wolfgang Hohlbein: Das Druidentor

Ein super Buch – aber ich bin nachhaltig beschädigt davon! Meine Eltern haben mich nie abgehalten, an ihre Regale zu gehen, und da ich von Hohlbein die Kinderbücher kannte, dachte ich mit 11-12 Jahren: Oh super, ein Hohlbein …😵 Ich las die ganze Nacht, weil das Buch zum einen sehr spannend ist, zum anderen habe ich mich schlicht nicht getraut einzuschlafen. Jahre später nochmal gelesen und immer noch für gut befunden. Aber haltet unbedingt eure Kinder fern!

Eva / Stadtbibliothek Maxvorstadt

Rowohlt Berlin, 304 Seiten

Doris Knecht: weg

Als klar wurde, dass Tochter Charlotte nicht nur normale Pubertäts- sondern bedrohliche psychische Probleme hat, begann für die besorgte Mutter schon einmal ein verzweifelter Kampf um ihr Kind. Nun ist Lotte, mittlerweile erwachsen und eigentlich stabil, in Südostasien verschwunden. Für die ängstliche Mutter ist allein die Reise ein Horror, auf die sie sich gemeinsam mit dem seit langem von ihr getrennten Vater begibt, um ihre Tochter zu finden und das Schlimmste zu verhüten…

Petra / Stadtbibliothek Bogenhausen

dtv, 276 Seiten

Kevin Brooks: Bunker Diary

„Ab 15“ heißt es in unserem Katalog, doch es gehört zu den harten Geschichten und hat mich einige Nächte gekostet. Danach hab ich den Autor (den ich sehr schätze) nicht mehr angefasst. Es geht um Willkür, die an einem ausgeübt wird, ohne dass klar ist, von wem, warum oder wofür. Geschrieben wird aus der Ich-Perspektive – und das sehr eindrücklich. So wird gelitten, verzweifelt, gehofft, gebangt, und das mit philosophischem Anklang. Es geht unter die Haut, lässt einen die Welt auf eine andere Weise sehen und das noch sechs Jahre, nachdem ich es beenden konnte.

Julia / Stadtbibliothek Schwabing

Bastei Lübbe, 283 Seiten

William Peter Blatty: Der Exorzist

Endlich!! Reading-Challenge-Thema Horror! Das bedeutet, ich kann mein absolutes Lieblingsbuch, meinen All-Time-Favourite anpreisen: William Peter Blattys „Der Exorzist“. Das Buch stand bei uns immer im Wohnzimmer im Bücherregal und hatte auf mich eine fast magische Anziehungskraft. Mit 15 oder 16 durfte ich es dann endlich lesen, und ich schätze, ich habe es seither mindestens noch fünfmal wieder verschlungen. Ich finde die Geschichte unheimlich spannend geschrieben und die ganze Thematik extrem interessant. Wenn man sich dazu noch bewusst macht, dass die katholische Kirche weiterhin an dieser Praxis festhält…
Und übrigens: Das Buch ist noch gruseliger als der Film 😉

Birgit / Stadtbibliothek Am Gasteig

S. Fischer Verlag, 400 Seiten

Ezekiel Boone: Die Brut – Sie sind da

Hast Du Angst vor Spinnen? Zugegeben, es sind auch nicht meine Lieblingstiere. Nach dem Lesen dieses ersten Bandes einer Trilogie hat sich das auch nicht geändert! In einem abgelegenen Teil Chinas explodiert eine Atombombe. Handelt es sich um eine politische Krise? Mitnichten! Es ist lediglich der hilflose Versuch, ein aus dem Ruder gelaufenes Experiment einzudämmen. Doch alle Militärgewalt kann hier nichts mehr ausrichten. Die haarigen, schwarzen Spinnentiere breiten sich aus und vernichten alles, was ihnen in den Weg kommt. Ein echter Pageturner!

Kirsten / Stadtbibliothek Am Gasteig

Droemer Knaur Verlag, 201 Seiten

Susan Hill: Die Frau in Schwarz

England, Ende des 19. Jahrhunderts: Arthur Kipps ist ein junger Anwalt, der wie alle Gebildeten und Aufgeklärten seiner Zeit für Aberglauben nur ein müdes Lächeln übrig hat.

Zur Bearbeitung eines Nachlasses muss Kipps sich in einem verlassenen Herrenhaus einquartieren. Das düstere Gebäude steht inmitten einer unwirtlichen Marschlandschaft, und auch das naheliegende Dorf mit seinen Bewohnern macht einen abweisenden, fast bedrohlichen Eindruck. Schon bald wird der junge Mann Zeuge grauenvoller Geschehnisse, für die es keine rationale Erklärung gibt – und er lüftet ein lange gehütetes Geheimnis: Furchtbares Unrecht war geschehen und hat einen Fluch über das Dorf und seine Menschen gebracht …

Zuerst ist es das düstere, unheimliche Setting, das einen in seinen Bann zieht: Nebelfetzen und kahle Bäume, eine Landschaft farblos und wie tot; das verlassene Haus, in dem eine gestaltlose und doch bedrohliche Präsenz fast zum Greifen nah erscheint … dann werden die Hinweise auf das Furchtbare konkreter, einzelne Bilder, oft nur angedeutet, haben mir das Blut in den Adern gefrieren lassen, das Bild der „Frau in Schwarz“ hat mich noch lang verfolgt …

Wer sich, wie ich, auf eine wirklich gruselige Geistergeschichte einlassen mag, der ist hier richtig – und muss vielleicht, wie ich, für ein paar Nächte das Licht anlassen.

Und noch ein wichtiger Hinweis: Das ist ausnahmsweise keine Empfehlung des Buches, denn Susan Hills 1983 erschienene Novelle bleibt gegenüber dem Film recht blass.

Stefanie / Stadtbibliothek Laim

Und welches Buch macht dir so richtig schön Angst? Verrate uns deine literarische Horrorgeschichte in der Kommentarspalte!


Feature-Foto: Photo by Daniel Jensen on Unsplash

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