Unbefleckte Empfängnis – im All

Extant: TV-Serie mit Halle Berry

Familienserie, Mystery, Krimi oder Science-Fiction? Alles zusammen und vor allem ziemlich rasant. Deshalb verwundert es ein wenig, dass diese Serie, in der immerhin Oscar-Preisträgerin Halle Berry die Hauptrolle spielt und die von Steven Spielberg produziert wurde, so wenig Aufmerksamkeit erfahren hat. Selbst wenn die Story von dem bekannten Thema der künstlichen Intelligenz handelt, erzählt sie davon doch auf eine moderne und spannende Weise.

Die Serie spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft: Der Wissenschaftler John Wood hat eine künstliche Intelligenz entwickelt, die sich genau wie ein Mensch über Jahre entwickeln und lernen soll. Dazu verpflanzt er diese in den künstlichen Körper eines kleinen Jungen und nimmt, um eine realistische Entwicklung zu garantieren, das Ergebnis namens Ethan mit nach Hause: Die künstliche Intelligenz soll in einem natürlichen, familiären Umfeld aufwachsen. Johns Frau Molly arbeitet für die ISEA (International Space Exploration Agency) und ist gerade nach 13 Monaten von einer Solo-Forschungsmission aus dem All zurückgekehrt. Da stellt sie fest, dass sie schwanger ist.

Ohne zu viel zu verraten: Der Plot eilt rasant voran, von einem Höhepunkt zum nächsten. Noch in der ersten Staffel erlebt man die Geburt von Mollys Baby – und nahezu alle Hintergründe einer dahinter liegenden Verschwörung werden aufgedeckt. So schnell schreitet die Geschichte vorwärts, dass man manchmal fürchtet, damit solle eine dünne Story überdeckt werden. Auch den Schauspielerinnen und Schauspielern kommt das hohe Tempo nur bedingt zugute.

Hervorzuheben ist vor allem Halle Berry: Sie spielt die Rolle der unerklärlich Schwangeren genauso überzeugend wie Mollys Verwirrung und Unsicherheit, besonders im Umgang mit Ethan, der, so menschlich und liebenswert er meistens wirkt, doch regelmäßig durch sein Verhalten und seine Fähigkeiten befremdet. So bringt sie eine gute Portion Drama in die geschwinde Geschichte. Auch Pierce Gagnon beeindruckt in der Rolle des humanoiden Jungen, der die „Gefühle“ und Ängste eines normalen kleinen Kindes erlebt, sich dabei aber stets bewusst ist, dass er kein ‚echter‘ Mensch ist. Womit natürlich auch diese Frage gestellt wäre: Was ist das eigentlich, ein ‚echter Mensch‘?

Selbst wenn vor allem die starke Leistung von Halle Berry die Serie zusammenhält: Sehenswert ist „Extant“ allemal. Auch und gerade weil es sich um klassische Sciencefiction in modernem Gewand handelt. Umso bedauernswerter, dass es aufgrund der schlechten Quoten keine 3. Staffel mehr geben wird.

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