#faq, Folge 53

Was macht der Geschäftsstellenleiter?

Beantwortet von Peter Becker, Geschäftsstellenleiter der Münchner Stadtbibliothek

Auf den ersten Blick sieht meine Laufbahn vermutlich ziemlich geradlinig aus: Ich habe 1985 Abitur gemacht, anschließend die Prüfung für eine Beamtenlaufbahn im gehobenen Dienst abgelegt und bin seither – einzige Unterbrechung: meine einjährige Elternzeit – für die Landeshauptstadt München tätig. Tatsächlich haben mich von Anfang an immer wieder neue Herausforderungen gereizt – ich bin stets dort hin, wo es etwas Neues gab: Angefangen habe ich im Jahr 1989 als IT-Leiter des Kulturreferats, wobei ich das einzige Mitglied dieser Abteilung war und mich also selbst leitete. Es gab damals gerade mal acht PCs im Kulturreferat – und keiner davon war meiner … Ein IT-Abteilungsleiter ohne Computer? Der Mangel konnte erst nach dem Ende der Haushaltssperre behoben werden: mit einem Siemens PCD-3T, ein 386er (wem das noch etwas sagt…) mit 14-Zoll-Farbmonitor und zwei Floppy-Laufwerken – für sage und schreibe 14.500 DM.

Anschließend habe ich im Kulturreferat das Controlling aufgebaut, dann als Projektleiter für die Verwaltungsreform gearbeitet und das Beteiligungsmanagement der Eigenbetriebe und GmbHs des Kulturreferats mitaufgesetzt – darunter zum Beispiel die Kammerspiele und das Volkstheater, die Volkshochschule und die Pasinger Fabrik.

Peter Becker (Foto: Eva Jünger für die Münchner Stadtbibliothek)

Seit dem 1. April 2009 bin ich in der Münchner Stadtbibliothek, als Leiter der Geschäftsstelle, das entspricht in etwa dem Geschäftsführer eines Unternehmens. Ich benutze immer das Bild der Nabe: Die Münchner Stadtbibliothek ist das Rad, das rollt und rollt und aktuell auch an Geschwindigkeit zulegt – und die Geschäftsstellenleitung stellt die Nabe dar, die alles zusammenhält und dafür sorgen muss, dass keine Speiche bricht und der Reifen nicht platzt. Zu meiner Abteilung gehören insgesamt knapp 40 Leute, die vier Sachgebiete betreuen: Personal (SG1), Finanzen (SG2), Bauen, Planen und Logistik (SG3) und eServices (SG4). Diesem Team möglichst gute Arbeitsbedingungen zu bieten und all meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gerecht zu werden, damit wir so flexibel und innovativ und motiviert wie möglich sind und bleiben, bildet also die Grundlage meiner Arbeit.

Nach dem Wechsel an der Spitze der Münchner Stadtbibliothek – Dr. Arne Ackermann trat im Jahr 2013 die Nachfolge des langjährigen Direktors Werner Schneider an – wurde ich Teil der dreiköpfigen Direktion; die Dritte in diesem Bunde ist unsere stellvertretende Direktorin Astrid Lipelt-Kalus. Die wesentlichen Entscheidungen über Projekte und Aufgaben der Münchner Stadtbibliothek treffen wir seither gemeinsam. Das ist (neben der Abteilungsleitung) meine zweite Hauptbeschäftigung, auch wenn sie weniger in repräsentativen Auftritten als vielmehr in vielen Gesprächen und organisatorischen Vorbereitungen besteht. Und die dritte zentrale Aufgabe der Geschäftsstellenleitung könnte man wohl als politische Lobbyarbeit beschreiben: Ich erstelle die Beschlussvorlagen für den Stadtrat, was immer notwendig wird, wenn wir ein besonderes Vorhaben umsetzen wollen. Pro Jahr sind das fünf oder sechs solcher Anträge, drei bis vier davon sind üblicherweise recht umfangreich – im vergangenen Jahr waren das zum Beispiel der Standortwechsel der Stadtbibliothek Fürstenried, der Ankauf neuer Flächen für die Stadtbibliothek Bogenhausen und natürlich die Samstagsöffnung, wofür wir zusätzliche Stellen benötigten.

Protokoll: Katrin Schuster

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