Ene, mene, muh – und raus bist du!

Mit oder ohne Lockdown: Brettspiele-Tipps für Euch

Kennt ihr diesen Abzählvers und verbindet ihr schöne Erinnerungen damit? In mir ruft es Bilder aus meiner Kindheit wach. Ich habe Klatschspiele vor Augen, die wir mit Ausdauer und Konzentration scheinbar endlos wiederholen konnten. Ich sehe mich geduldig in einem Versteck ausharren, das ich zuvor bewusst gewählt hatte. Was auch immer wir gerne gespielt haben, wir hatten Spaß dabei, waren herausgefordert und haben jede Menge gelernt.
Wie spielen Kinder heute? Wie viel Raum ist für freies Spielen? Wie sehr dominiert die dynamische Entwicklung von Computer- und Videospielen? Und wie relevant sind heute noch Gesellschaftsspiele, auch Brettspiele genannt? Den Umsatzzahlen nach gewinnt analoges gemeinsames Spiel insbesondere seit 2020 wieder an Bedeutung.

In der Münchner Stadtbibliothek gibt es etwa 1000 Brettspiele für Kinder und Erwachsene.

„Das Spiel des Jahres“ wird seit 1979 als Auszeichnung vergeben, später ergänzt durch das „Kinderspiel der Jahres“ und das „Kennerspiel des Jahres“. Der Kritikerpreis lotst mit Nominierungen und weiteren Empfehlungen durch den Spiele-Dschungel und gibt auf seiner Homepage einen guten Überblick. Auf der Website https://www.spiel-des-jahres.de/spiele/ stehen ganz aktuell die Nominierungen für 2021.

Hier kommen unsere Empfehlungen für euch – probiert sie aus!

Aufmerksamkeit, Konzentration und logisches Denken wird beim Spiel „Set“ trainiert. Zwölf Karten liegen aus. Auf ihnen sind Formen in verschiedener Farben und in verschiedener Anzahl abgebildet. Gibt es drei Karten, bei denen jeweils drei Eigenschaften gleich sind? Oder sind bei drei Karten alle Eigenschaften komplett unterschiedlich? Hin und her wandern die Blicke, wer umfasst die Lage am schnellsten und wer entdeckt etwas, was sich den anderen nur mühsam erschließt? Bis zu acht Spieler*innen ab 8 Jahren können bei diesem Spiel gleichzeitig ihr Gehirn und ihre Reaktionsgeschwindigkeit trainieren.

Foto: unsplash

Kinder ab 6 Jahren üben mit dem Spiel „Jenga Classic“ ihre Feinmotorik und gewinnen Verständnis für Gravitation. In der Spielmitte steht ein Turm aus Holzstäben. Das Prinzip besteht darin, dass drei Stäbe nebeneinander liegen. Längs und quer sind sie jeweils übereinander gelegt. Wer an der Reihe ist, zieht einen Holzstab und legt ihn wieder oben auf. Zug um Zug verliert der Holzturm an Stabilität und fordert in einer Spielerunde zwei bis vier Spieler*innen heraus.

Das Spiel „Original Rummikub“ für zwei bis vier Spieler*innen besteht aus Spielsteinen von 1 bis 13 in vier verschiedenen Farben, die als Zahlenserien endlos viele Anlegemöglichkeiten bieten. Bereits 7-jährige Kinder entwickeln dabei Kombinationsgabe und erstes strategisches Denken.

Kreativität, Spontanität und Wortschatz werden bei Kindern ab 5 Jahren mit dem Spiel „Tick … Tack … Bumm Junior“ gefördert. Assoziationen gesucht! Was fällt dir zu „Strand“ ein? Genau, „Liegestuhl“! Reihum sind weitere passende Begriffe gefragt. Wie lange? Eine Runde, bei der bis zu 12 Kinder mitmachen können, dauert 10, 20, 30 Sekunden oder gar eine Minute. Das entscheidet der Zufallstimer. Das Spiel eignet sich auch für Sprachübungen. Die Begriffe sind in Deutsch, Englisch und Französisch aufgeführt.

Das Gedächtnis trainieren und gleichzeitig die Natur kennenlernen und benennen gelingt mit „memory nature“. Kinder ab 4 Jahren decken abwechselnd jeweils zwei Plättchen auf. Das Ziel ist es, zwei gleiche Plättchen zu finden. Bereits mit zwei Spieler*innen macht das Spiel Spaß und bis zu acht Kinder können gleichzeitig spielen.

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Ravensburger Verlag

Bei „Kniffel“ erproben zwei bis acht Spieler*innen ab 8 Jahren ihr Würfelglück. Verschiedene Würfelkombinationen ergeben Punkte, die in einem „Gewinnblatt“ festgehalten werden. Malnehmen und Zusammenzählen werden auf diese Weise fast unauffällig geübt.

Wer eine herausfordernde Alternative zu „Jenga Classic“ sucht, wird von „Crazy Tower“ begeistert sein. Wieder geht es um einen Turm und eine ruhige Hand. Hier aber ist noch mehr Geschick gefragt. Der Turm wird aus unterschiedlich geformten Bausteinen zusammengebaut. Es gibt Karten mit verschiedenen Vorgaben und auch ein Saboteur kann Einfluss auf den Spielverlauf nehmen. Bis zu vier Spieler*innen ab 8 Jahren können dabei ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen.

Einen ganz anderen Charakter hat das Spiel „Nova Luna“ ebenfalls für bis zu vier Spieler*innen ab 8 Jahren. Gefragt sind bei diesem Legespiel strategische Entscheidungen. Quadratische Plättchen müssen so angeordnet werden, dass zahlreiche auf ihnen abgebildete Aufgaben möglichst effektiv erfüllt werden.

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Pegasus Spiele

Ein völlig anderes Legespiele für drei bis fünf Spieler*innen ist „Pictures“, in dem teilweise recht skurriles Material wie Schnürsenkel, Steine, Stöcke aber auch Bauklötze und farbige Würfelchen zum Einsatz kommt. Was wird damit gemacht? Von 16 ausgelegten Symbolkarten muss jede*r Spieler*in eine Abbildung mit vorgegebenem Baumaterial auf sehr kreative Weise nachlegen. Danach ist nochmals Vorstellungskraft gefragt. Die Mitspieler*innen ab 8 Jahren müssen erraten, wer welches Bild dargestellt hat. 2020 wurde „Pictures“ zum Spiel des Jahres gewählt.

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