Ein Buch wird Kult!

Von Christine Hannig / Monacensia im Hildebrandhaus

Anlässlich des 65. Geburtstags von Matthias Politycki am 20. Mai stellen wir Ihnen in dieser Ausgabe der „Schätze der Monacensia“ sein Werk „Weiberroman“ vor, mit dem ihm 1997 der große Durchbruch gelang.

Politycki zählt zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Gegenwartsliteratur. Er wurde 1955 in Karlsruhe geboren und lebt in Hamburg und München. Bereits mit 15 Jahren begann er mit dem Schreiben, wie er selbst sagt: „Damals war das ein Ventil für einen Heranwachsenden, für all die Sehnsüchte, die man nicht ausleben konnte.“ Für seinen Debütroman „Aus Fälle/Zerlegung des Regenbogens“ erhielt er 1987 den Civitas-Literaturpreis und den Bayerischen Staatsförderpreis für Literatur.

Matthias Politycki (Foto: Mathias Bothor_photoselection)

1997 sorgte Matthias Politycki mit seinem Werk „Weiberroman“ für Furore auf dem Buchmarkt! Die Lebens- und Liebesgeschichte von Gregor Schattschneider erzählt von privater Desorientierung, Angst vor dem Erwachsenwerden und den Grundwidersprüchen der Liebe Ende der 1970er Jahre. Die „Weiber“ in diesem „Männerroman“ sind drei Frauen im Leben Gregor Schattschneiders. Ihre Namen bilden die Überschriften für die drei Teile des Romans und stehen für drei Lebensphasen des Protagonisten.

Schattschneiders Schwanken zwischen Lässigkeit und Liebessehnen reizt immer wieder zum Lachen. Er ist ein wahrhaft Liebender, der bloß nicht über den eigenen Schatten zu springen vermag. Gleichzeitig taucht man beim Lesen ein in die Zeit der späten 70er und frühen 80er Jahre.

Im Zentrum steht die Generation der Achtundsiebziger, ihre Musik, ihre Moden und ihre Gefühlswelten. In dieser Blütezeit des Pop, irgendwo zwischen RAF, Anti-Atomkraft, Wohngemeinschaften und Pink Floyd, sucht Gregor Schattschneider die Liebe – oder halt so etwas Ähnliches.

Sofort nach Erscheinen schaffte es das Buch auf Platz 1 der SWR-Bestenliste. Es entbrannte eine regelrechte Debatte um die darin porträtierte Generation – und das Buch wurde zum Bestseller. 

Drei Jahre später erschien die Fortsetzung „Ein Mann von vierzig Jahren“.

Ohne Geschichte ist der beste Satz nichts wert.

Matthias Politycki, 1989

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