Kategorie Archiv: Review

Empfehlungen: Romane, Sachbücher, Filme, Games, Zeitschriften etc.

Windsbraut sind wir

Joanna Bators Roman „Dunkel, fast Nacht“

Jede Leserin und jeder Leser weiß üblicherweise, wo es die passenden Lektüretipps zu holen gibt. Die eine fragt den Buchhändler, der andere die Bibliothekarin, eine Dritte vertraut ganz dem Programm eines bestimmten Verlags. Bei mir kommen noch Veranstaltungsreihen hinzu: Weiterlesen →

100 Jahre später

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„Der gute Deutsche“ von Christian Bommarius

Ein weiteres Mal begreift man es als Problem der Anderen: Während der postcolonial turn längst auch in den deutschen Geisteswissenschaften erfolgt ist, schweigt man sich dennoch beharrlich aus über die deutsche Kolonialgeschichte. Kaum ein Uniseminar, das auch die afrodeutsche Kultur in den Blick nähme, und als sich im August 2014 der Justizmord an Rudolf Manga Bell, der nichts anderes als Gerechtigkeit forderte, zum 100. Mal jährte, war das den hiesigen Zeitungen nicht einmal eine kurze Notiz wert. Weiterlesen →

Ausschließlich in der Gegenwart

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Der Erzählband „Dunkle Wolken über Damaskus“ von Dima Wannous

Tagtäglich stranden an Europas Küsten immer noch mehr Flüchtlinge aus Syrien, so sie ihre Reise übers Meer denn überleben. Obwohl es also keinen besseren Zeitpunkt geben könnte, um die syrische Literatur ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken, bleiben die hiesigen Verlage ziemlich stumm. Eine der kleinen großen Ausnahmen stellt „Dunkle Wolken über Damaskus“ dar: ein Band mit Erzählungen der syrischen Autorin Dima Wannous, der vor kurzem in der Edition Nautilus erschienen ist. Weiterlesen →

Alles nur erfunden

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Teresa Präauers Roman „Johnny und Jean“

Ein großes Wasserbecken besetzt die Mitte des Gemäldes „Jungbrunnen“ von Lukas Cranach d.Ä., links tapern gebrechliche Frauen mit hängenden Brüsten hinein, rechts hüpfen die Verjüngten fidel, nass und nackig heraus: Es braucht keinen Gott, um den Tod abzuwenden, sondern einen Maler. „Wenn nichts mehr hilft, hilft Cranach“, lautet das Mantra des Ich-Erzählers in dem zweiten Roman der österreichischen Autorin (und Malerin) Teresa Präauer. Denn auch in „Johnny und Jean“ stehen nicht weniger als Kunst und Leben und vor allem deren Zusammenhang auf dem Spiel. Weiterlesen →