Blogs wirken! Und wie?

Warum Blogs wichtig sind, so lautet (in meinen Worten) die Aufgabe der Blogparade „Wertschätzung für Blogs“ von Katrin Hilger. Diese Frage rührt mich im besten Sinne: Vor zwei Jahren wollte ich das erste Mal, voriges Jahr dann erneut unbedingt über das Blog der Münchner Stadtbibliothek bloggen, aber irgendwie kam ich nie dazu. Deshalb noch einmal ein extra Dankeschön an Katrin, dass sie mich endlich an den Schreibtisch zwingt.

Dass ich noch nie über das Blog der Münchner Stadtbibliothek gebloggt habe, stimmt auch nicht ganz. In dem Artikel „Freie Räume, neue Gemeinschaften“, der vom digitalen Wandel der Bibliothek erzählt, geht es auch um unser Blog:

Das Blog der Münchner Stadtbibliothek ging im April 2016 online, quasi ohne Testphase. Es gab allerdings auch keinerlei Grund zur Sorge: Auf einen internen Aufruf hatten sich knapp 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeldet, die ihren Teil zum Gelingen des Blogs beitragen wollten; die meisten durch Texte, einige auch organisatorisch.
Selbstredend war das Blog vor allem als Medium der Öffentlichkeitsarbeit gedacht, weshalb ich zuvor kaum darüber nachgedacht hatte, was es intern bewegen wird. Und das war und ist eigentlich die viel großartigere Erfahrung: dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen kamen, die bisher wenig miteinander zu tun hatten (die Münchner Stadtbibliothek hat über 500); dass sie miteinander ins Gespräch kamen über Bücher, Filme, Spiele; dass man manch verborgenes Talent entdecken durfte, bei sich wie bei anderen; dass Hierarchien in den Hintergrund traten; dass man mit Stolz auf die eigenen Kenntnisse bei der Sache war und ist.

Und deswegen ist es für mich an dieser Stelle die einzig logische Konsequenz, dass ich auch diesmal wieder nicht über das Blog der Münchner Stadtbibliothek schreibe, sondern unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Wort übergebe. Was das Gute, Wahre und Schöne am Blog der Münchner Stadtbibliothek? habe ich in die Runde gefragt, um euch nicht zu erzählen, dass Blogs wirken, sondern um euch zu demonstrieren, wie sie es tun. Hier sind die Antworten meiner wunderbaren Kolleginnen und Kollegen:

Durch unseren Blog konnten auch Kolleginnen, die sich nicht mit den sozialen Netzwerken auskennen, langsam an das Thema herangeführt werden.

Bei mir ist es defnitiv so, dass das Blog mir immer immer wieder hilft dabei Dinge für mein Studium zu belegen. Bei fast jeder Arbeit findet sich hier irgend eine Kleinigkeit die mir in den Hausarbeiten einen Bezug zum Job erlauben und das liebe ich! (Katrin)

Das Blog ist für mich wie ein Fenster – Zeit endlich mal wieder den Rolladen hoch zu machen: Vielfalt, Entdeckungen, Nachhaltigkeit – das Blog vereint viele Stimmen einer Bibliothek und gibt Büchern, Filmen, Personen, Details aus der Bibliothek … ein Gesicht. Er weckt Neugier, informiert und ist anregend. Besonders schätze ich, dass der Blog sich nicht verflüchtigt und so die Chance bietet, alles bereits Geschriebene neu zu entdecken. (Silke)

Pinnwand aus einem Workshop: Was ich am Bloggen mag

Wenn man das Blog liest, merkt man, dass die Bibliothek nicht eine einzige, weitgehend „anonyme“ Entität ist (wie man ja oft über eine große Firma denkt), sondern ein Zusammenschluss von individuellen Menschen, die Meinungen haben, unterschiedliche Schreibstile, verschiedene Dinge, die sie begeistern, und die doch an einem Strang ziehen. (Melanie)

Vor lauter Arbeiten für die Bibliothek verliere ich immer mal wieder unsere Vielfältigkeit aus den Augen. Da bin ich froh, wenn mir das Blog bestätigt, warum es sich lohnt, vor lauter Arbeiten für die Bibliothek, immer mal wieder die Vielfältigkeit aus den Augen zu verlieren. (Peter)

Die vielen Tipps für Bücher, Filme, Musik sind für mich eine Quelle der Inspiration, und durch die vielfältigen Beiträge der Kolleginnen und Kollegen habe ich das Gefühl, sie besser kennen zu lernen. (Mareike)

Über unseren Blog habe ich die Möglichkeit, Themen, die mir wichtig sind, weiterzugeben. Das geschieht oft in Form eines Medientipps, aber kann auch anders aussehen … und das ist das Schöne! Die Freiheit, sich auszudrücken, wie man will. Ich muss keine Literatin sein, darf ungezwungen über jede Idee oder Fragestellung plaudern. Bild kann, aber muss nicht. Kommentare sind wundervoll, aber es ist auch nicht schlimm, wenn keine Reaktion kommt. Blogs sind irgendwie die retrotrendigen Medien im Netz. (Birgit)

Das Blog ist für mich ein zusätzliches Recherche-Instrument geworden. Das Vertrauen in uns als Bibliotheksmitarbeiter und -mitarbeiterinnen, den gesamten Buchmarkt zu kennen oder magische Recherchefähigkeiten zu haben, ist ja häufig enorm. Kürzlich wurde ich nach Büchern afrikanischer Autor_innen gefragt. Kenne ich nicht – und wie soll man das am Katalog suchen? Aber da fiel mir ein, dass es in der Reading Challenge vor einiger Zeit „11mal Afrika lesen“ gab. Und so war mir und der Kundin sehr geholfen. (Marco)

Neuaubing! Heimatlosen Bibliothekarinnen und Bibliothekaren, die wegen der Sanierung ihrer Stadtteilbibliothek durch die Schulen ziehen, bei der Arbeit zuzuschauen – das ist super interessant. Erfindungsreichtum sticht Baustelle. (Veronika)

Pinnwand aus einem Workshop: Was ich an unserem Blog mag

Das Schöne am Blog der Münchner Stadtbibliothek ist die Vielfalt: Es schreiben viele über viele Themen und bilden damit eine große, bunte Mischung ab. Und so sind Bibliotheken ja: bunt und vielfältig. Als leidenschaftlicher Bibliotheksmensch finde ich es auch schön, schreibend das weiterzugeben, was mir besonders am Herzen liegt und vielleicht den einen oder die andere damit zu erreichen. (Birgit)

Der Blog ist ein Kaleidoskop, farbig und vielfältig mit reizvollen Details. Ich bekomme viele Medientipps, aber auch viele Dinge und Abläufe in der Bibliothek werden aus einem anderen Blickwinkel gezeigt. Es macht einfach Spaß, mal kurz vorbeizuschauen, was es gerade Neues gibt.

Das Blog ist für mich eine schöne Art der Verbundenheit mit der Münchner Stadtbibliothek. Außerdem bekomme ich hier immer wieder tolle Anregungen zum Lesen, Hören, Schauen und Tun. (Carolin)

Ich hole mir Medientipps aus dem Blog – für die tägliche Auskunft und für mich privat. Gerade die Reading Challenge motiviert mich, Bücher außerhalb meines üblichen Beuteschemas zu lesen. Das Blog vernetzt mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen, die im ganzen Stadtgebiet verteilt arbeiten. Hier bekomme ich mit, was sie von den Fortbildungen für sich mitgenommen haben und lese Erhellendes zur Bibliothek in der Stadtgesellschaft, über neue Bibliotheken und Konzepte. Und natürlich schreibe ich gerne für das Blog der Münchner Stadtbibliothek, weil ich gerne Bücher, von denen ich überzeugt bin, weiterempfehle! (Waltraud)

Eine Seite, die einen Fundus an Rezensionen oder Infos zu aktuellen Aktionen bietet, und beantwortet, was man schon immer über die Stadtbibliothek und deren Abläufe wissen wollte – all das und noch viel mehr ist unser Blog. Und dabei nicht nur für unsere Kundinnen und Kunden sehr interessant. (Diana)

Danke euch allen fürs Mitmachen!

Glühbirnen-Bild: Diego PH / Unsplash

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Katrin

Als Kind wollte ich Bibliothekarin oder Journalistin werden - nach dem Literatur-Studium entschied ich mich zunächst für Letzteres. Um dann doch wieder in einer Bibliothek zu landen: Seit 2015 bin ich in der Münchner Stadtbibliothek verantwortlich für die digitale Kommunikation (und damit auch für dieses Blog hier). Mein großes literarisches Interesse gilt (zumindest aktuell) der postkolonialen Literatur, vor allem vom afrikanischen Kontinent.

2 Kommentare zu “Blogs wirken! Und wie?

  1. Viola on 30/03/2019 at 9:08 pm sagt:

    Ich bin begeistert von unserem Blog, lese ihn, lass mich anregen und beteilige mich, wenn möglich, an der Reading Challenge. Ich finde ihn ein gutes Instrument der internen wie externen Kommunikation. Und gerade für neue Mitarbeiter*innen bietet er wichtige Informationen. Gerne nutze ich ihn auch für den Azubiunterricht.

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