#Wirziehenum: Blick in die Zukunft – Stadtbibliothek im HP8

Durch die Sanierung des Gasteig teilt sich die Stadtbibliothek am Gasteig künftig auf mehrere Orte auf. Eine große Veränderung erwartet all unsere Kolleg*innen. In dieser Serie geben wir Einblicke, wo es die einzelnen Akteur*innen hinzieht und was der Umzug für sie bedeutet.

Die neue Stadtbibliothek im HP8 kann schon seit gut einem Monat besucht werden. Ob unsere Überlegungen für diesen Standort funktionieren? Wie werden unsere Vorstellungen ankommen und sich entwickeln? Birgit Wimmer, die neue Leiterin der Stadtbibliothek im HP8, hat für uns in die Glaskugel gesehen und beschreibt einen zukünftigen beispielhaften Tag in der Bibliothek.

Im ersten und zweiten Stock in der Halle E ist die neue Stadtbibliothek beheimatet. ©Gasteig München GmbH / Benedikt Feiten

7 Uhr in der Früh: Die Halle E öffnet ihre Türen. Die Frühaufsteher*innen nutzen die Gelegenheit und lesen bei einem Kaffee im Gaia Deli & News die aktuellen Tageszeitungen. Noch herrscht morgendliche Ruhe.

Langsam trudeln die ersten Menschen ein, die sich einen der begehrten Arbeitsplätze in der Bibliothek sichern möchten. Mit etwas Glück ergattert man einen der ruhigeren Arbeitsplätze im LernLab, vorausgesetzt, der Raum wird nicht gerade anders genutzt oder wurde reserviert. Zum Glück gibt es in der Halle E genügend Steckdosen, so dass nicht mehr als ein Laptop notwendig ist, um schnell einen mobilen Arbeitsplatz an anderer Stelle in der Bibliothek einzurichten.

Bis 9 Uhr wird es deutlich lebhafter: viele Besucher*innen schauen einfach schnell auf dem Sprung zur Arbeit vorbei und werfen einen Blick in das Rückgaberegal. Hier kann man nach wechselnden Kategorien selbst Medien einstellen und sich natürlich auch gleichzeitig überraschen lassen. Hat man im letzten Monat noch ein Buch unter der Kategorie „Wer hat denn das ausgesucht?“ gefunden, kann man es heute unter „Das hätte ich am liebsten behalten“ wieder zurückstellen. Der eine oder andere spannende Austausch mit den anderen Neugierigen ergibt sich dabei wie von alleine.

Sprachbegeisterte haben längst festgestellt, wie intuitiv sie sich in der neuen Themenwelt Sprache zurechtfinden: Die Sprachen sind alphabetisch und nach Lernniveau aufgestellt. Das bedeutet man findet z.B. bei Spanisch nicht nur die Sprachführer, man kann sich auch gleich noch durch die Easy Reader und anschließend durch die spanischen Romane durchlesen. Eine Fundgrube für alle – egal ob Laie oder Profi.

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Arbeitsflächen im Generator © Münchner Stadtbibliothek / Marco Zielske

Begeistert sind auch die Besucher*innen der Isarphilharmonie, die die neue Kategorie „Auf dem Spielplan“ von Anfang an mit großer Freude aufgenommen haben. Finden Sie doch hier die passenden Medien zum passenden Konzert. So lässt sich das Konzert prima vorbereiten oder der Musikgenuss daheim noch ein wenig verlängern.

Während der Tag voranschreitet, füllt sich die Halle mit neuen Besucher*innen und es entsteht eine geschäftige und dennoch konzentrierte Atmosphäre. Einige sind auf dem Weg zur Generalprobe der Isarphilharmoniker, andere sind auf Erkundungstour im ersten und zweiten Obergeschoss. Schnell verlieren sie sich in den neu geschaffenen und inspirierenden Themenwelten, entdecken immer wieder eine Lieblingsecke und erschließen sich den „altbekannten“ Medienbestand auf neue Art und Weise.

Um 10 Uhr werden die Service-Points der Bibliothek besetzt und die ersten Fragen an die Mitarbeiter*innen lassen auch nicht lange auf sich warten. Unten im Foyer sammeln sich nun schon die ersten Schüler*innen … ein sicheres Zeichen dafür, dass es gleich wieder eine Veranstaltung geben wird. Durch die Themenwelt Sprachen wird eine Deutsch als Fremdsprache-Gruppe geführt. Sie und alle, die sich in diesem Bereich aufhalten, bekommen gleich mit, welche Möglichkeiten des Lernens es in der Bibliothek gibt. Aber dank Ohrstöpseln bzw. Noise-Cancelling-Kopfhörern, kann man sich schnell wieder auf die eigene Arbeit konzentrieren.

Einer der Frühaufsteher braucht nach intensivem Zeitunglesen und der ersten Arbeit an einem Aufsatz erst mal eine Pause. Nachdem er in den letzten Tagen oft einen der Sonic-Chairs zum Musikhören genutzt hat, überlegt er heute zur Entspannung, auf einem der zwei e-Pianos im Musik-Bereich zu spielen. Und morgen gönnt er sich vielleicht eine längere Auszeit und schaut sich einen Film in der Medienkabine an.

Gegen Nachmittag, Abend sind zunehmend Veranstaltungsaktivitäten zu beobachten und viele Besuchende beteiligen sich gerne daran. Samstags gibt es die Bibliotheksführungen, unter der Woche hat man an verschiedenen Tagen die Möglichkeit an einem der Sprachcafés teilzunehmen. Egal ob Deutsch, Spanisch, Chinesisch oder Russisch. Da ist für (fast) jeden was dabei!

Im Pop up-Lab der Kreativecke werden gerade Schlüsselanhänger gefilzt und auch der Strickkurs ist wieder voll besetzt.

In der Nähe des Musik-Bereich spielt sich ein ganz besonderes Spektakel ab: Das Musiker-Speeddating! Hier haben sich in den letzten Monaten schon interessante und vielversprechende neue Kombos gefunden, die auch bald mal bei Track’n’Field im Musik-Lab jammen und aufnehmen.

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In der Bibliothek genießt man einen tollen Ausblick. © Münchner Stadtbibliothek

Ab 19 Uhr schließen langsam die Service-Points und die Besucher*innen haben die Bibliothek (fast) ganz für sich. Jetzt kann man noch einmal die Atmosphäre der Halle E ganz entspannt genießen, den Konzertgänger*innen beim Rein- und Rausströmen im Foyer zusehen oder sich noch ein Weilchen in das gerade entdeckte spannende Buch versenken.

Das hat schon was!

PS: Auch für die Stadtbibliothek im Motorama wagt Waltraud Leitmeier, stellvertretende Bibliotheksleitung im Motorama, eine Prognose, wie ein Tag in der neuen Bibliothek zukünftig aussehen könnte.


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Hier gibt es weitere Artikel aus unserer Umzugsreihe #WirZiehenUm.

4 Kommentare zu “#Wirziehenum: Blick in die Zukunft – Stadtbibliothek im HP8

  1. Ole Schulz on 04/11/2021 at 3:34 pm sagt:

    Ich habe es mir auch nicht nehmen lassen die Bibliothek anzuschauen. Allerdings bin ich doch sehr irritiert, dass man gar nicht nach 3G gefragt wird und auch keine Maske tragen muss.

    • Hannah Fischer on 11/11/2021 at 9:38 am sagt:

      Schön, dass Sie bei uns vorbeigeschaut haben! Im HP8 gilt die 3G Plus Regel, d.h. im Gebäude herrscht keine Maskenpflicht. Die Überprüfung des 3G-Nachweises wird vom Wachdienst beim Betreten der Halle durchgeführt.

  2. Robert Tremmel on 11/11/2021 at 9:41 am sagt:

    Diese „Vision“ hat leider jeden Bezug zur Realität verloren.
    Nach der langen Zwangspause bin ich (seit 35 Jahren eifriger Nutzer der Stadtbibliothek am Gasteig) nun voller Vorfreude und Erwartung ins HP8 gekommen – und erlebte eine herbe Enttäuschung. Wegen der absolut mangelhaften Wegweisung irrte ich mit Sack und Pack (Garderobe? unauffindbar) durch Treppenhäuser und Zwischengalerien. Die farblose Tristesse der gnadenlos hässlichen Fabrikruine, die kalte, akzentlos-diffuse Beleuchtung, die endlosen Wege, die kein wirkliches Ziel erreichen: Das war wie in einem Albtraum.
    Dieser Ort hat keinerlei Aufenthaltsqualität!!! Alles ist viel zu weitläufig verstreut, man sucht etwas und sieht es plötzlich von weiten über die Galerie – am anderen Ende der Halle. Alles in lebensverneinendem Weiß-Schwarz-Grau gehalten, ohne optische Anziehungspunkte. In dieser defätistischen Innenarchitektur kann man doch keine Bücher präsentieren! Selbst ein reiner Zweckbau wäre besser, da stünden die Bücher wenigstens in Regalen und wären nicht gammelig in gestapelten Pappboxen gelagert.
    Hallo?! Das ist doch keine Zwischenlösung für ein, zwei Wochen: Es wird Jahre dauern, bis der Zentralbibliothek (oder was bis dahin noch übrig ist) wieder ein richtiges Gebäude zur Verfügung steht. Da hätte man schon ein bisschen Mühe in ansprechende Gestaltung stecken müssen. Aber scheinbar wollte man das gar nicht, sondern lieber eine „moderne“ Zukunftsvision umsetzen. Die schreckliche HP8-Halle allen Ernstes als „Bibliothek“ zu bezeichnen, empfinde ich als echten Hohn.
    Ich werde da jedenfalls nicht wieder hingehen.

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