Author Archives: Anke Buettner

Feine Untertöne aus Ungarn – Noémi Kiss liest und erzählt

Gleich vorweg: Der „Literatur International“-Abend mit Noémi Kiss am 5.11. in der Stadtbibliothek Laim war großartig, und ich bin in keinster Weise bereit zu einer neutralen Nachlese. Im Gegenteil: Noémi Kiss‘ Lesung aus ihrem neuen Roman „Dürre Engel“ war ein fast schon intimes Werkstattgespräch über ihr Schreiben, ihre literarischen Vorbilder, über das Übersetzen und seine Unmöglichkeiten und gleichzeitig über die Wendezeit, den Alltag in der ungarischen Gesellschaft, über Reisefreiheit und das Schengen-Abkommen, wie es besser selten gelingt. Weiterlesen →

Offene Bibliotheken, urbane Öffentlichkeit

Im Rückblick auf die interdisziplinäre Tagung „Public! Debatten über Bibliotheken und urbane Öffentlichkeit“ im Februar 2018 in der Münchner Stadtbibliothek möchte ich die von Sonja Beeck gestellte Frage: „Sind Bibliotheken eher Straßen als Wohnzimmer?“ weiterdenken.

In ihrer Public!-Keynote wählte Sonja Beeck Giambattista Nollis „La Nuova Topografia di Roma“ (1748) als Ausgangspunkt. Der Schwarzplan Roms blendet Planelemente wie Straßennamen, Vegetation oder Gewässer aus und stellt die Unterscheidung von bebauter und unbebauter Fläche in den Vordergrund. Kirchen werden darin als weiße Flächen, will heißen als öffentliche Räume dargestellt. Sie werden damit Straßen gleichgesetzt, die, im Plan betrachtet, die Kirchen umfließen, aber sie auch wie Buchten auszufüllen scheinen. Beeck verglich Kirche und Stadtbibliothek in ihrer Funktion und kam zu der These, dass die Bibliothek weniger als Wohnzimmer, denn als Straße betrachtet werden könnte. Als öffentliches Gebäude im Sinne Nollis, das sich elastisch mit der urbanen Umgebung verbindet und das der Stadtbevölkerung als positiver Ort der „vibrierenden Stille“ diente. Weiterlesen →

Macht die Zukunft public!

„Architektur und Politik sind seit jeher voneinander abhängig. Aus Beton, Stahl und Glas entstehen auch heute Chiffren der Herrschaft – und Bühnen des Wahnsinns“, so untertitelt Gerhard Matzig seinen Artikel (€) über Plenarsäle, Hauptquartiere und Kommandozentralen der Macht in der Süddeutschen Zeitung vom 28. Januar 2017. Nun, öffentliche Bibliotheken sind weit davon entfernt als Chiffren der Herrschaft wahrgenommen zu werden. Ein bisschen mehr politische Macht als landläufig angenommen, dürfte man diesen ziemlich fortschrittlichen demokratischen Zentren der Kultur und der Bildung, diesen Buch- und Wissenstempeln aber durchaus zutrauen. Weiterlesen →

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