Ausnahmezustand und Aufbruchstimmung

Ein kurz(weilig)er Jahresrückblick

Man liest und hört es überall – ja, es war wieder ein herausforderndes, ein schwieriges, ein kräftezehrendes Jahr. Auch für uns in der Münchner Stadtbibliothek. Wir wagen trotzdem einen Blick zurück, denn ziemlich sicher gab es 2021 auch eine Menge spannender Projekte, unterhaltsamer Veranstaltungen und amüsanter Momente.

Januar

Das neue Jahr begann für uns wie das alte endete – mit viel Abstand und der maximalen Ausschöpfung unserer digitalen Möglichkeiten. So fand auch die erste Comic Bar des Jahres online statt, bei der Mikaël Ross sein Buch „Goldjunge – Beethovens Jugendjahre“ vorstellte.

Einen kleinen Schritt zurück in den Bibliotheksalltag ging es, als per Click&Collect bei uns wieder Medien ausgeliehen werden konnten.
Und am Ende des Monats bekamen wir dann auch noch hohen Besuch…


Februar

Der Februar stand ganz unter dem Motto „Sprache“. In der Stadtbibliothek Am Gasteig riefen die Kolleg*innen den #Languary aus und füllten eine ganze Youtube-Playlist mit Sprachgeschichten. Es entstand ein Erklärvideo zu unseren Angeboten für Deutschlernende und zum Tag der Muttersprache kooperierten wir mit dem Morgen e.V.


März

Am 10. März war es endlich soweit, wir durften unsere Türen wieder für unsere Kund*innen öffnen und unsere Medien aus ihrer Einsamkeit befreien.
Beim Kinder-Krimifest wurde wieder eifrig ermittelt und beim Schreibwettbewerb entstanden viele tolle Nachwuchsdetektivgeschichten. Die Siegerkrimis wurden von Schauspieler*innen und den Preisträger*innen selbst eingelesen und könenn in unserer Playlist noch einmal angehört werden.


April

Im April gab es viel zu besprechen, zu diskutieren und zu hinterfragen.
Die Kolleg*innen in der Monacensia stellten sich im zweiten Teil von #MYNCHEN gemeinsam mit internationalen Künstler*innen und Schriftsteller‘*innen die Frage: Stadt oder Land? Und: Kann man sich die Wahl überhaupt leisten?

Außerdem diskutierten wir mit der Psychologin Pia Lamberty über Fake Facts und Verschwörungstheorien. Die Aufzeichnug des Livestreams ist über unseren Youtube-Kanal abrufbar.
Mohamed Amjahid besuchte uns zu einer Lesung aus seinem aktuellen Buch und einem Gespräch über rassistische Denkstruturen und die Möglichkeiten, diese auszulösen.

Erinnerungsfotos müssen sein. Allmählich haben wir auch angefangen, uns mit der nahenden Schließung der Zentralbibliothek am Gasteig und dem Umzug in die Interimsquartiere zu befassen.
Zum krönenden Abschluss des Monats eröffnete in der Monacensia im Hildebrandhaus die Pop Punk Politik Ausstellung, die noch bis 31. März 2022 zu sehen sein wird.


Mai

Nach pandemiebedingter Zwangspause konnten die Kolleg*innen, die unsere Lesezeichen-Reihe betreuen, im Mai zumindest digital endlich wieder durchstarten.

Auch unser Debattenformat „Kontrovers“ ging online in die nächste Runde. Zu Gast waren diesmal Kulturwissenschaftlerin und Autorin Elisabeth Lechner und Journalistin Kathrin Tschorn, die mit Christine Knödler (Literaturkritikerin) und Frank Griesheimer (Jugendbuchlektor) über Körperbilder, Body Positivity und Body Shaming in der Kinder- und Jugendliteratur diskutierten. Hier kann man sich die Veranstaltung noch einmal ansehen.

Währenddessen drehte sich bei den Kolleg*innen in Hadern und Sendling alles ums Thema Umwelt und Nachhaltigkeit, vom Bienenschutz bis zum Kreislaufschrank.


Juni

Im Juni am Mikrofon: Unsere Fami-Azubis. In ihrem Podcast-Projekt „Medienminuten“ sprechen sie über Themen, die sie beschäftigen und bewegen, inspiriert vom Medienbestand der Bibliothek.

Am 18. Juni war Digitaltag. Da konnten wir natürlich nicht kneifen und haben in einem vierstündigen Livestream-Marathon unsere Angebote zur Digitalen-Bildung vorgestellt.


Juli

Sommerpause? Keine Spur! Beim Fahrtrichtung Ost – Gespräch sind Claudia Dathe und Viktor Martinovich zu Gast, das Mittel Punkt Europa Filmfest zeigte aktuelle Filme aus Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei und ATELIER MONACO – das Festival präsentierte Münchner Autor*innen, Künstler*innen, Musiker*innen und Kooperationsprojekte aus unterschiedlichen und vielsprachigen Szenen. Hier im Blog stand uns die künstlerische Leitung Rede und Antwort:

Ziemlich emotional ging der Monat für uns zu Ende, als es am 31. Juli hieß „Sehr geehrte Kundinnen und Kunden, in wenigen Minuten schließen wir die Stadtbibliothek am Gasteig zum vorerst letzten Mal.“ Pünktlich zur Schließung startete auch unsere Blogserie rund um den Umzug in unsere Interimsquartiere, die hier noch einmal gesammelt nachgelesen werden kann: #WirZiehenUm
Wer den letzten Tag am Gasteig noch einmal miterleben möchte, findet Eindrücke in unseren Instagramstory-Highlights, im Twitter Moment oder in der Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung, der tz und von münchen.tv.


August

Wenn eine ganze Bibliothek umzieht, mit allen Medien, Regalen, Schirmständern und Radiergummies, dann passiert das natürlich nicht von heute auf morgen und man braucht vor allem viele helfende Hände. Wer beim Umzug der Zentralbibliothek welche Aufgaben hatte, das konnte man sich ab August in unserem „Bibliothek in Bewegung“ Podcast anhören. Oder jetzt in unserer Playlist.

Und auch wenn der Umzug Viele beschäftigte, stand das übrige Bibliotheksleben natürlich nicht still. An vielen unserer Standorte wurden während des Sommerferien-Leseclubs gemeinsam Zines gebastelt, Kekse gebacken und Rätsel gelöst.


September

Im September wurde erst einmal gratuliert, denn unser Standort in Sendling feierte 40. Geburtstag. Zum zweiten wichtigen Ereignis des Monats – der Bundestagswahl – konnten Jugendliche, die noch nicht wahlberechtigt waren, ihre Stimme in einem unserer U18-Wahllokale in den Stadtbibliotheken Hasenbergl, Laim, Neuhausen oder Sendling abgeben.

Um die Zeit zu überbrücken, in der die Medien aus dem Gasteig in ihre neuen Interimsorte reisten, startete auf Twitter unsere Poesieparade zum Thema Reise. Jeder der mitdichten wollte, war herzlich willkommen.


Oktober

Das vierte Quartal startete hektisch, erst wagten wir ein „episches Gedankenexperiment und spielten während der Langen Nacht der Demokratie Pen&Paper hoch über München im UMADUM Riesenrad. Dann öffneten wir am 8. Oktober die Türen zur Interimsbibliothek im HP8 in Sendling. Hier gibt es nochmal ein paar Impressionen der ersten Stunden zu sehen.

Die Coronalage erlaubte es und so waren in diesem Monat einige Veranstaltungen mit Publikum vor Ort möglich, wie unsere Aktionswoche „Älter werden – neugierig bleiben“. In unserer Bibliothek in Neuhausen war Corinne Rufli mit ihrem Buch „Seit dieser Nacht war ich wie verzaubert“ zu Gast und im HP8 fanden die Afrikanischen Filmtage statt.


November

Nicht eine, nicht zwei, gleich drei Bibliothekseröffnungen feierten wir im November. Unsere kleinste Bibliothek ist wohl unbestritten unsere neue bibBox, die aktuell in Bogenhausen steht und dort die Zeit verkürzt, bis im neuen Jahr der Standort fertig saniert ist.

Nachdem sie bereits im Oktober für den Normalbetrieb geöffnet hatte, wurde die Interimsbibliothek im HP8 mit einem fulminanten Eröffnungswochenende vom 19. bis 21. November feierlich eingeweiht. Lyriklesung, Kontrabasskonzert, Lichtmalerei… für jeden Geschmack und jedes Alter war etwas geboten.

Etwas leiser verlief die Eröffnung unseres zweiten Interimsstandorts im Motorama, da das für das Wochenende geplante Programm aufgrund der steigenden Coronazahlen nicht wie geplant stattfinden konnte. Umso mehr haben wir uns über die zahlreichen Besucher*innen gefreut, die sich auch vom heftigen Schneefall nicht abhalten ließen, die neue Bibliothek direkt zu besuchen. Noch mehr zum neuen Standort gibt es hier zu lesen.


Dezember

Im Dezember wurde es weihnachtlich. Gemeinsam mit den Maltesern stellten wir in acht unserer Bibliotheken Wunschbäume auf, mit deren Hilfe Weihnachtswünsche erfüllt werden konnten, und ein mürrischer Weihnachtsbaum namens Waldemar machte unsere Webseite unsicher.

Trotz vieler Einschränkungen war es ein äußerst ereignisreiches Jahr. Insgesamt haben wir in diesem Jahr mehr als 175 Blogbeiträge veröffentlicht, darunter jeden Monat unsere Reading Challenge, 25 Podcastfolgen, u.a. unser Lesezeichen junior mit Buchempfehlungen für Eltern und Erziehende. Wir haben eine Menge Newsletter zu den unterschiedlichsten Themen verschickt und mehrere Tausend Facebook-, Instagram- und Twitterbeiträge zu unseren Angeboten erstellt. Und so schön es ist, zurückzuschauen, sind wir nun sehr gespannt, was uns im neuen Jahr erwarten wird.

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