Das letzte Lehrjahr unserer FaMI-Azubis beginnt
Es fühlt sich an, als hätten wir sie erst gestern gefragt, was sie von ihrer Ausbildung bei der Münchner Stadtbibliothek erwarten und erhoffen und schon sind unsere Azubis mitten drin im dritten und letzten Ausbildungsjahr. Was haben sie im letzten Jahr an Wissen dazugewonnen und wo sind Abläufe noch nicht ganz so routiniert und eingeübt?
1. Was könnt ihr nach 2 Jahren Ausbildung bereits im Schlaf?
Ellen: Die Routineaufgaben, wie Einstellen oder Bestellwünsche suchen laufen natürlich mittlerweile von selber. Ich hatte aber auch schon viele Gelegenheiten bei Kinderveranstaltungen mitzuwirken und ich habe das Gefühl, dass ich einige Konzepte auch schon eigenständig durchführen könnte.
Julian: Neue Ausweise schreiben. In den Sommerferien hunderte neue Schülerausweise für Erst- und Zweitklässler schreiben, lässt die Abläufe schnell ins Blut übergehen.
Will: Bestellwünsche ausdrucken.
Robin: Einstellen von Medien und Kasse kann ich im Schlaf.

2. Und wo muss noch eine Wissenslücke geschlossen werden?
Robin: An der Info fühle ich mich noch etwas unsicher.
Julian: Da es das in der Form in meiner Ausbildungsabteilung, den Bücherbussen, nicht gibt, muss ich noch jedes Mal nachschauen, wie es denn jetzt genau ist mit Gebühren, regelmäßigen Veranstaltungen und den Öffnungszeiten.
Ellen: Ich bin bis heute noch unsicher und etwas überfordert, wenn ich an der Theke die Verlustbearbeitung durchführen muss.
Will: Veranstaltungsorganisation

3. Wo liegt der größte Unterschied zwischen Theorie (Berufsschule) und Praxis? Ist das gut oder schlecht?
Julian: Vor allem Medienerschließung, Katalogisierung u.ä. sind große Themen in der Berufsschule, fallen aber in der Praxis kaum bis gar nicht an (abgesehen von unserer Zeit in den Zentralen Diensten). Dort ist das Wissen nützlich, aber da die Erfassung bei uns anders gemacht wird als wir in der Theorie lernen, kann man sich auch da nicht ganz drauf verlassen.
Will: In der Berufsschule lernt man eher über die grundlegenden Aspekte, während die Praxis sehr bibliotheksbezogen ist. In der Berufsschule sieht man zudem alle anderen Azubis, was immer sehr schön ist.
Ellen: Ich habe oft das Gefühl, dass ich in der Praxis neues Wissen öfter wiederholen und somit auch besser vertiefen kann. In der Berufsschule vergesse ich manchmal einzelne Dinge, wenn sie nur in ein oder zwei Schulstunden durchgenommen wurden. Da ich aber bereits bei der Zwischenprüfung gemerkt habe, dass mir der praktische Bibliotheksalltag genau so viel half wie die Theorie in der Berufsschule, mache ich mir nicht all zu große Sorgen über einzelne Wissenslücken.
Robin: Ein Großteil der Theorie lässt sich auch auf die Praxis übertragen, anderes eher weniger. Ich fand es am Anfang schwer, das Fach Medienerschließung zu verstehen, da man das durch die Zentralen Dienste nicht so intesiv mitbekommt, während es in kleineren Bibliotheken Alltag ist. Mit der Zeit zieht man die Verbindung damit aber auch.
4. Wenn ihr morgen aufwachen würdet und komplett allein verantwortlich für die Bibliothek wärt, was würdet ihr tun, ändern oder ausprobieren?
Will: Ich glaube nicht, dass ich alleine eine Bibliothek leiten könnte, aber einen Kassenautomaten aufzustellen, wäre schon schön.
Julian: Bei der Abteilung, bei welcher ich die meiste Erfahrung habe (Fahrbibliothek) lässt sich nicht viel verändern ohne das System komplett über den Haufen zu werfen. Was jedoch bei meiner Hospitation in der Stadtbibliothek Hasenbergl sehr gut angekommen ist, war eine Gaming-Veranstaltung, die ich organisiert habe. Daher würde ich versuchen Veranstaltungen und Ausstellungen zum Thema Gaming und/oder Brettspiele zu organisieren.
Robin: Ich würde mehr Veranstaltungen für Jugendliche anbieten und mehr Mangas und Comics bestellen.
Ellen: Urlaub nehmen…😅


