Wer ist der Wolf und wer die Beute?

Mo Hayder: Wolf. Der 7. Fall für Jack Caffery

Wer sich auf die Romane von Mo Hayder einlässt, weiß genau, was ihn erwartet. Zart besaiteten Zeitgenossen empfehle ich deshalb, besser die Finger davon zu lassen. Brutale blutige Gewalt, alptraumhafte psychische Grausamkeiten gepaart mit einer zum Teil unerträglichen Spannung sind ihr Markenzeichen, seit sie mit ihrem Erstlingswerk “Der Vogelmann”  (1999) international bekannt wurde. Hayder ist allerdings einer der wenigen Autoren, die auch nach einer Reihe von eher mittelmäßigen Werken ihr anfangs erreichtes hohes Niveau wieder erreichen. Das zeigt sie in ihrem neuesten Thriller, dem 10. Roman und 7. in der nach dem Protagonisten Jack Caffery benannten Reihe.

Wolf von Mo Hayder

“Wolf”, so der Titel des Psychothrillers, ist ein Torpedosystem, mit dem der Ingenieur Oliver Anchor-Ferrers Karriere gemacht hat. Nach einer schweren Operation zieht er sich mit seiner Frau Matilda auf den einsam gelegenen Landsitz The Turrets zurück. Zugegen ist auch seine psychisch angeschlagene Tochter Lucia, die vor 15 Jahren vom Mord an einem mit ihr befreundeten Paar tief traumatisiert wurde. Das äußerst brutale Verbrechen scheint noch immer gegenwärtig, auch wenn der Täter Minnet Kable damals gefasst wurde und seine Strafe absitzt. Als Matilda blutige Spuren entdeckt, die ganz offensichtlich an die unfassbare Tat erinnern, befürchtet die Familie, der Mörder sei aus dem Gefängnis entkommen. Gott sei Dank tauchen im richtigen Moment zwei Polizisten auf, so dass sich die Familie vorerst sicher fühlen kann Doch der Schein trügt: Die Telefonleitung ist tot, und die zwei Männer entpuppen sich nach und nach als fiese Verbrecher, die den Ingenieur erpressen und seine Familie auf perfide Art foltern und mit dem Tod bedrohen. Oliver Anchor-Ferrer denkt an einen Racheakt von Seiten seiner ehemaligen Firma, da seine möglicherweise kompromittierende Biografie kurz vor der Veröffentlichung steht. Doch was lauert vor dem Haus und worin besteht die Verbindung zu den Morden vor 15 Jahren?  Über den von Matilda mit einer verzweifelten Hilfemitteilung losgeschickten Familienhund und dem schon aus den Vorgängerromanen bekannten ominösen Walking Man, kommt Detektive Jack Cafferty, dem Ort des sich anbahnenden Unheils  langsam aber sicher auf die Spur.  Nebenbei findet auch die obsessive Suche nach den vermeintlichen Mördern seines als Kind verschwundenen Bruders ein tragisches Ende …

Mo Hayder gelingt es wie immer eine unerhörte Spannung aufzubauen und einem durch virtuose Wendungen wiederholt auf die falsche Fährte zu locken. Auch wenn die Story stellenweise sehr abstrus wirkt, kann man sich schlecht ihrem Bann entziehen.

Langsam und gezielt umkreist der Wolf seine Beute. Doch wer ist der Wolf und wer die Beute?

… da hängt etwas, ungefähr fünf Meter weit entfernt und in der Höhe der Galerie, über dem Eingangsflur, in dem die Cocktailpartys stattfanden. Es ist groß und schwer genug, um den Deckenbalken leise knarren zu lassen.
Und es atmet.

Echt. Fies!

“Wolf” von Mo Hayder im Onlinekatalog der Münchner Stadtbibliothek (Buch, eBook, englisches Hörbuch)

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Jo

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