Unvoreingenommen und neugierig

Jedes Jahr zeichnet eine Kinderjury die besten digitalen Spiele mit dem Kindersoftwarepreis TOMMI aus. Mitmachen können alle Jungen und Mädchen zwischen 6 und 13 Jahren. Die Testphase findet vom 21. September bis 12. Oktober in vielen deutschen Bibliotheken und bei uns in der Stadtbibliothek Am Gasteig statt, montags bis freitags von 15.00 bis 19.00 Uhr und samstags von 11.00 bis 16.00 Uhr. Wir haben mit Astrid Meckl gesprochen, die bei uns den TOMMI koordiniert.

Welche Rolle spielen Computerspiele bei Kindern und Jugendlichen? Welche Games spielen Kinder heute?

Computerspiele gehören zum Alltag der Kinder- und Jugendkultur. Frühzeitig lernen Kinder die ersten Schritte mit dem Smartphone oder Tablet und begegnen völlig unvoreingenommen und neugierig den Medien und den Inhalten. Spaß und Neugierde sind dabei Türöffner in die mediale Welt. Die Abgrenzung gegenüber der Erwachsenenwelt, die selbstbestimmte Entfaltung, kreatives Handeln und das Knüpfen neuer Kontakte sind u.a. wichtige Aspekte für die Bedeutung von Computerspielen bei Jugendlichen.

Beliebte Spiele sind z.B. „Minecraft“, „Super Mario“, die Fußballsport Simulation „FIFA“, „Clash of Clans“ oder „Pokémon Go“. Bei Jüngeren sind Bilderbuch- oder Fernsehadaptionen wie „Fiete“, „Die große Wörterfabrik“ oder „Die Maus-App“ beliebt.

Mal abgesehen vom Spaß: Was können Kinder beim Spielen konkret lernen?

Das Spielen unterstützt die Konzentrationsfähigkeit, sich in Ausdauer zu üben und eigene kreative Lösungsansätze zu entwickeln. Zudem werden die Lese- und Medienkompetenz und die Reaktionsschnelligkeit gefördert und die Feinmotorik geschult.

Gehören Games in Bibliotheken? Was bieten Bibliotheken (Kindern) hier an?

Games gehören selbstverständlich in die Bibliothek. Neben dem Bestand zum Ausleihen, spielt die Vermittlung der Spiele eine wichtige Rolle. So bietet die Münchner Stadtbibliothek z.B. regelmäßig Minecraftworkshops an oder beteiligt sich bei dem Kindersoftwarepreis TOMMI. Neben der Förderung der Spielkultur ist uns auch wichtig, bereits Kindern einen Einblick in die Gameszene zu geben. So testen Spieleentwickler mit den Kindern die mit „Kodu Game Lab“ oder „Scratch“ programmierten Spiele.

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Beim TOMMI wird nicht nur gespielt, sondern auch beurteilt und gewertet.

Was beschäftigt aus Ihrer Sicht Eltern und Pädagogen beim Thema Games?

Viele Eltern und Pädagoginnen und Pädagogen haben wenig Bezug zu den Spielen. Wer als Kind nicht selbst Computer- und Konsolenspiele gespielt hat, wird die Faszination und den Mehrwert der Medien nicht verstehen. Neben dem fehlenden spielerischen Zugang stehen v.a. Eltern der Begeisterung ihrer Kinder eher hilflos oder gar ablehnend gegenüber und sind überfordert mit der Thematik als solches. Affine Eltern sind immer auf der Suche nach dem pädagogisch wertvollen Spiel und der Antwort auf die Frage „Wie lange darf mein Kind spielen?“

Welche Angebote hat die Bibliothek für Eltern und PädagogInnen? Wie und was kann die Bibliothek hier vermitteln?

Die Münchner Stadtbibliothek veranstaltet regelmäßig Veranstaltungen (Medienwoche, Apps für Vorschulkinder, u.a.), bei denen Kinder und Eltern bzw. Lehrkräfte gemeinsam spielen und darüber diskutieren. Elternabende in der Bibliothek mit Experten klären auf, geben Hilfestellungen, bieten Raum zur Diskussion und zum Ausprobieren. Die Münchner Stadtbibliothek wird dabei als kompetenter Partner der Medienerziehung wahrgenommen.

Warum beteiligt sich Ihre Bibliothek beim TOMMI? Was haben Kinder und Eltern vom TOMMI?

Mit der Teilnahme am Kindersoftwarepreis TOMMI ergänzen wir unser medienpädagogisches Kinderprogramm um ein weiteres tolles Projekt, bei dem Kinder frühzeitig medienkompetentes Verhalten lernen und vertiefen können. Wichtig ist uns dabei, dass sich die Kinder aktiv mit den Spielen auseinandersetzen und ihr eigenes Spielverhalten reflektieren. Eltern schätzen TOMMI v.a. der Spiele und der kompetenten Partner wegen.

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