How to twitter: Eine Anleitung, neun Begriffe, vier Lobreden

Jeden ersten Montag im Monat treffen sich Bibliothekarinnen, Bibliothekare und alle Interessierten auf Twitter für einen Bibchat, d.h. um eine Stunde lang über ein aktuelles Bibliotheksthema zu diskutieren (siehe auch “Premiere am Montag: #BIBchatDE auf Twitter”). Diesmal – genauer gesagt: am 5.2., 20.00-21.00 Uhr – geht es um “Making & Maker Spaces”. Weil wir wissen, dass viele, die gerne mitreden möchten, nicht genau wissen, ob sie sich auf Twitter auch zurecht finden werden, gibt es hier eine kurze Anleitung mit den wichtigsten Begriffen sowie eine kleine Lobrede auf dieses Netzwerk.

Erste Schritte: Anmeldung und Profil

Um bei Twitter mitzumachen, braucht es erst einmal nur eine E-Mail-Adresse sowie einen Namen (frei wählbar; auf Twitter gibt es keine Klarnamenpflicht). Einen schönen Benutzernamen, das sog. Handle, sollte man sich vorher überlegen, am besten inklusive Alternativen, denn wie immer sind die guten Namen oft schon vergeben (und wenn du keinen wählst, macht Twitter das für dich; allerdings lässt sich das Handle jederzeit ändern).

Twitter führt dich im Folgenden schrittweise durch die Anmeldung; im Grunde erklärt sich alles von selbst. Fast alle Punkte können auch übersprungen werden. Wir raten zur Angabe der Telefonnummer, da damit das Konto besser geschützt ist. Vom Import der privaten Kontakte raten wir ab. Die Auswahl einzelner Interessen dient Twitter dazu, dir im nächsten Schritt eine Liste von Twitterern anzubieten, die dich folglich interessieren müssten.

Mit dieser Basisausstattung kannst du mit dem Twittern beginnen. Noch schöner sieht das Ganze allerdings aus, wenn du noch ein schönes Profilbild (nicht zu kleinteilig!) und einen schönen Header ergänzt und ein paar Worte oder Hashtags in der Selbstbeschreibung sowie einen Link auf deinen Blog oder deine Website (sofern vorhanden) ergänzt.

Und jetzt los: Suche nach Themen, Menschen, Hashtags, folge den Kanälen, die dich interessieren, antworte auf Tweets, zu denen du etwas zu sagen hast, retweete Beiträge, die du für weitersagenswert hältst. Wenn jemand dich fortgesetzt beleidigt oder stalkt, dann zögere nicht, ihn oder sie zu blockieren. Generell kann man sagen, dass der Ton auf Twitter ein wenig direkter und vielleicht sogar rauer ist als etwa auf Instagram. Auch von dem Abkürzungssprech sollte man sich nicht einschüchtern lassen – man kommt schon `rein, und wenn man drin ist, will man nie wieder weg 🙂 Denn auch weiterhin ist Twitter dasjenige Netzwerk, auf dem am kreativsten mit Sprache umgegangen wird.

Wichtige Begriffe: Tweets, Mentions und Hashtags

Timeline
Startseite von Twitter: chronologische Liste der Beiträge derjenigen, denen du folgst (neueste Beiträge ganz oben)

Tweet
Twitter-Beitrag, erlaubt sind maximal 280 Zeichen plus Bilder

Retweet
Geteilter Beitrag, d.h. der Tweet eines anderen wird im eigenen Kanal veröffentlicht, entweder mit oder ohne eigenem Kommentar

Follower
Alle Twitterer, die deinen Kanal abonniert haben

Handle
Dein Twitter-User-Name inklusive @: Das @ davor sorgt dafür, dass der jeweilige Twitterer ‘markiert’ wird und über die Erwähnung (→Mention) informiert wird

Mention
Erwähnung mithilfe des →Handles. Bitte nicht überstrapazieren, indem du einfach mal alle taggst, die dein Tweet interessieren könnte. Auch Twitterer sind eitel und überinformiert, d.h. sie wollen nicht nur angesprochen werden, sondern auch wirklich gemeint sein.

Hashtag
Schlagwort, das mit einem # gekennzeichnet wird. Die Hashtags sind zugleich Suchanfragen: Wer auf einen Hashtag klickt, erhält alle Tweets mit demselben Hashtag. Beliebt vor allem, um live von Konferenzen, über Fernsehsendungen oder bei Katastrophen zu twittern, siehe Echtzeitmedium. Bestes Beispiel: #BIBchatDE

Trending Topics
Aus den Hashtags generiert Twitter die Trending Topics: Die meistgenannten Hashtags bilden eine Topliste – so weiß man schnell und umstandlos, worüber auf Twitter gerade am lautesten geredet wird.

Direct Message
Twitter ist prinzipiell öffentlich (außer man hat sich für ein privates Profil entschieden). Wer hinter den Kulissen mit anderen Twitterern in Kontakt treten will, schreibt einfach eine private Nachricht. Aber bitte nur, wenn es notwendig ist.

Warum wir Twitter lieben

Echtzeit
Twitter ist das einzige der großen Social Networks, das seine Inhalte nicht mithilfe von Algorithmen nach den vermeintlichen Interessen seiner Nutzerinnen und Nutzer vorsortiert, sondern alle Beiträge in ordentlichem chronologischem Nacheinander abbildet. Da es sich also um ein veritables Echtzeit-Medium handelt, eignet sich Twitter hervorragend, um aktuellen Ereignissen live zu folgen – seien das Katastrophen, Fernsehsendungen, Konferenzen oder Sport-Events – oder um öffentliche Livechats zu veranstalten. Man darf sich nur nicht stressen lassen davon, dass alle paar Minuten oder gar Sekunden neue Tweets in der Timeline erscheinen:

The idea of Twitter isn’t to catch every single thing someone tweets, it’s to be on the Internet at the same time as other people. It’s like a giant hangout – an open and rich chat room that’s happening in public. (April Glaser, “How to Use Twitter: Critical Tips for New Users”, Wired)

Hashtags
Hashtags schaffen Ordnung – sowas mögen Bibliotheken! –, setzen Themen, können Aufmerksamkeit generieren, siehe #metoo. Auch für Community-Aktionen eignen sich Hashtags ganz hervorragend, siehe #museumselfie

Follow
Während bei Facebook alles daran setzt, seine Mitglieder ja nicht durch konträre Meinungen oder unerhörte Neuigkeiten zu verstören, überzeugt Twitter gerade durch das Gegenteil: Man muss hier niemanden mögen und mit niemandem befreundet sein – und so „folgt“ man tatsächlich gerade denjenigen Kanälen, die neue Perspektiven eröffnen und breaking news veröffentlichen.

Twitter isn’t about friending—it’s about following. (April Glaser, “How to Use Twitter: Critical Tips for New Users”, Wired)

Inklusion
Da Twitter anfangs nur aus Buchstaben bestand, eignete es sich besonders gut für Menschen mit audiovisuellen Einschränkungen (sofern das entsprechende Vorlesetool verwendet wird). Und als das Netzwerk endlich auch Bilder erlaubte, ermöglichte es auch bald, den Fotos Beschreibungen beizugeben, so dass auch diese vorlesbar wurden. Twitter ist, um es ein wenig schief zu sagen, auch weiterhin das inklusivste aller Social Networks – und das finden wir sehr gut.

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Katrin

Als Kind wollte ich Bibliothekarin oder Journalistin werden - nach dem Literatur-Studium entschied ich mich zunächst für Letzteres. Um dann doch wieder in einer Bibliothek zu landen: Seit 2015 bin ich in der Münchner Stadtbibliothek verantwortlich für die digitale Kommunikation (und damit auch für dieses Blog hier). Mein großes literarisches Interesse gilt (zumindest aktuell) der postkolonialen Literatur, vor allem vom afrikanischen Kontinent.

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