How to facebook III: Ich sehe was, was Du nicht siehst

In diesem dritten Teil unserer Facebook-Serie geht es um die Sichtbarkeit von Beiträgen – sowohl der eigenen als auch der von anderen. Wer einerseits sicher gehen möchte, dass die Vorgesetzten sich nicht über die freizügigen Wiesn-Fotos wundern müssen, und andererseits einen Newsfeed haben möchte, der den eigenen Interessen weitgehend entspricht, der muss aktiv werden, und, ja, das kostet ein bisschen Zeit. Kurz gesagt: Heute geht´s um die individuelle Anpassung der Konto-Einstellungen.

1. Biografische Informationen

Facebook fordert bei der Anmeldung und auch später immer wieder, dass ihr nähere Angaben über Wohnort, Ausbildung, Familie und so weiter macht. Man kann das natürlich einfach ignorieren. Aber was hätte so ein Netzwerk dann für einen Sinn, wenn man sich nicht schnell und unverbindlich übereinander informieren könnte? Gerade für diejenigen, die Facebook vorwiegend beruflich nutzen, erscheint es durchaus angebracht, öffentliche Angaben über Ausbildung und Werdegang zu machen. Das Gute am Facebook-Profil ist: Man kann bei fast jeder persönlichen Information entscheiden, wer sie sehen darf. Und das geht so:

  • eigene Seite aufrufen (z.B. durch einen Klick auf Name+Foto in der oberen Leiste)
  • Klick auf “Profil bearbeiten” (rechte untere Ecke im Header-Foto)
  • im Pop-Up-Fenster nach unten scrollen und Klick auf “Deine Infos bearbeiten”
  • jeden Punkt in jeder Kategorie bearbeiten und sinnvolle Sichtbarkeit einstellen (oder ganz löschen)

TIPP: Wenn man schon einmal auf der Deine-Infos-Bearbeiten-Seite ist, kann man auch gleich ein wenig aufräumen: Wer weiter nach unten scrollt, findet die Liste seiner Freunde, Fotos, Videos, Besuche, Gefällt-Mir-Angaben, Gruppen und so weiter. Macht es einfach wie Zuhause: weg mit allem, was ihr nicht mehr benutzt und nicht mehr braucht.

2. Einstellungen: Privatsphäre

Nicht nur die Sichtbarkeit von biografischen Infos, sondern auch die Sichtbarkeit der eigenen Beiträge kann erweitert oder eingeschränkt werden (sogar individuell für jeden einzelnen Beitrag, siehe unten), und zwar mittels der allgemeinen Einstellungen der Privatsphäre. Zu den Einstellungen gelangst du über den Pfeil rechts oben in der Ecke – oder über diesen Link. Links in der Navigationsleiste findest du den Tab “Privatsphäre”. Und nun musst du dich entscheiden:

  • Wer soll deine Beiträge zu sehen bekommen? Alle? Nur Freunde? Bestimmte Freunde? Nur der eine nicht? Nur du?
  • Möchtest du, dass deine früheren Beiträge nur noch deine Freunde zu Gesicht bekommen können?
  • Dürfen alle wissen, mit wem du befreundet bist?
  • Wer darf dir eine Freundschaftsanfrage schicken? Jeder? Nur Freunde von Freunden?
  • Wer darf mit deiner Mail-Adresse nach dir suchen? (Die Einstellung “keiner” ist leider nicht vorhanden …)
  • Wer darf mit deiner Telefonnummer nach dir suchen? (Die Einstellung “keiner” ist leider nicht vorhanden …)
  • Sollen Google und Co. dein Profil in ihren Ergebnislisten anzeigen?

Ich rate natürlich dazu, die Sichtbarkeit zu begrenzen, wo immer möglich und wo es eben sinnvoll ist (die Sichtbarkeit der eigenen Beiträge auf “nur ich” zu setzen, käme mir z.B. merkwürdig vor…).

Soweit die allgemeine Einstellung zur Sichtbarkeit von Beiträgen. Zudem könnt ihr bei jedem einzelnen Beitrag noch einmal gesondert entscheiden, wer ihn sehen darf: Alle? Alle Freunden außer …? Nur bestimmte Freunde? Oder eine Gruppe von Freunden, die ihr zuvor in einer Liste (siehe Tipp) zusammengefasst habt?

TIPP: Wer mit vielen verschiedenen Freundesgruppen auf Facebook zu tun hat oder mit der dauernden Vermischung von Privat- und Berufsleben, der kann so genannte Listen erstellen und jeden Beitrag entsprechend adressieren. Das ist nicht unaufwendig, hilft aber offensichtlich vielen bei der Ordnung der Kommunikation. Liste erstellen auf Facebook

3. Einstellungen: Chronik und Markierungen

In der Rubrik “Chronik und Markierungen” geht es um den Einfluss, den andere auf deine Seite (“Chronik”) haben. Auch da gilt es, jede einzelne Einstellung kritisch zu überprüfen: Was muss sein? Was soll nicht sein? Nun musst du Fragen beantworten wie:

  • Wer darf auf meine Seite schreiben?
  • Wer darf diese Beiträge von anderen sehen?
  • Was passiert, wenn ich auf einem Foto markiert wurde?

und ein paar andere mehr, die oft komplizierter klingen, als sie sind. Lasst euch von der bürokratischen Rhetorik nicht einschüchtern!

TIPP: Gleich unter “Chronik und Markierungen” findet sich “Blockierungen”. Da auch mal `reinschauen, lohnt sich ebenfalls.

4. Einstellungen: Öffentliche Beiträge

Unter “Öffentliche Beiträge” kannst du nun noch genauer bestimmen, wie mit den Informationen, die du als öffentlich sichtbar definiert hast, umgegangen werden sollen. Also:

  • Wer darf deine öffentlichen Postings abonnieren? Wer darf sie kommentieren? Alle? Nur Freunde? Auch Freunde von Freunden?
  • Willst du eine Nachricht erhalten, wenn das passiert?
  • Darf jeder kommentieren, wenn du deinen Beziehungsstatus öffentlich änderst?

Gut lesen, gut überlegen.

5. Einstellungen: Apps

Das Anmelden auf ganz unterschiedlichen Websites mit dem Facebook-Login ist gang und gäbe. Auf der Seite “Apps” sind all diese und andere Anwendungen aufgelistet, die ihr im Laufe eures Facebook-Lebens installiert habt. Aufräumen ist angesagt! Wer ganz verhindern möchte, dass auch nur eine einzige dieser Apps auf Freundeslisten und alle weiteren öffentlichen Infos zugreift, muss die App-Plattform komplett deaktivieren, indem er den Punkt “Apps, Webseiten und Plugins” bearbeitet. Die Benachrichtigungen zu Apps würde ich auf jeden Fall ausschalten.

6. Einstellungen: Werbeanzeigen

Ich habe einmal den Versuch gestartet, reinen Tisch zu machen, und deshalb begonnen, meine Interessen aus dieser Rubrik zu löschen. Ihr ahnt es: Es nimmt kein Ende, erspart euch die Mühe. In den restlichen Abschnitten von “Werbeanzeigen” lässt sich allerdings etwas machen.

  • Werbetreibende, mit denen du interagiert hast: Alles löschen, was darin vorhanden ist
  • Deine Information: Alles ausschalten, sofern du nicht möchtest, dass dir dauernd Single-Börsen angeboten werden, nur weil du deinen Beziehungsstatus nicht angegeben hast 😉
  • Einstellungen für Werbeanzeigen: Nein. Nein. Niemand.

7. Newsfeed-Einstellungen

Facebook erlaubt nicht nur, genauer zu definieren, was andere von dir zu sehen bekommen, sondern ermöglicht auch die Einflussnahme auf den Newsfeed, das heißt: darauf, was du von anderen zu sehen bekommst. Die Möglichkeiten sind hier freilich deutlich geringer, aber hey, es gibt sie! Also machen wir von ihnen auch Gebrauch … Zu den “Newsfeed-Einstellungen” gelangst du wieder über den kleinen Pfeil rechts oben in der Ecke (siehe Bild oben). Hier kannst du:

  • Seiten und Menschen auswählen, deren Beiträge du bevorzugt angezeigt haben möchtest (z.B. die Münchner Stadtbibliothek …)
  • Seiten und Menschen auswählen, deren Beiträge du nicht mehr in deinem Newsfeed haben möchtest
  • Seiten und Menschen, die du früher mal abonniert hattest, wieder abonnieren
  • weitere Seiten entdecken und abonnieren, die laut Facebook deinen Interessen entsprechen

Ich rate unbedingt dazu, diese Entscheidungen alle überlegt zu treffen und hier auch immer wieder vorbeizuschauen und aufzuräumen. Die Algorithmen von Facebook stellen den Newsfeed im besten Sinne gewissenlos zusammen – nachdem, was sie von euch wissen (und wie viel Werbung dazwischen noch untergebracht werden muss). Jede Möglichkeit, mitzubestimmen, was man gerne sehen will und was nicht, sollte man deshalb wahrnehmen.

TIPP: Algorithmen reagieren auch auf jede eurer Handlungen. Jedes Like und jeder Kommentar verändert euren Newsfeed, weshalb ich empfehle, bewusst und positiv zu handeln: Verteilt konsequent Likes oder Herzen, wenn euch Inhalte gefallen oder wenigstens interessant erscheinen. Blendet Artikel nicht gleich aus, wenn sie eurer Meinung nicht entsprechen (sonst bekommt ihr davon bald gar nichts mehr zu sehen). Kommentiert lobend, wenn euch etwas besonders gut gefällt. Verhelft, kurz gesagt, guten Inhalten zu mehr Sichtbarkeit.

LESETIPP: So räumst du dein Facebook-Konto auf! (Mimikama)

How to facebook, Teil 1 (Ein guter Post)

How to facebook, Teil 2 (Netzwerken)

Featured Image: Kyle Popineau / Unsplash

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Katrin

Als Kind wollte ich Bibliothekarin oder Journalistin werden - nach dem Literatur-Studium entschied ich mich zunächst für Letzteres. Um dann doch wieder in einer Bibliothek zu landen: Seit 2015 bin ich in der Münchner Stadtbibliothek verantwortlich für die digitale Kommunikation (und damit auch für dieses Blog hier). Mein großes literarisches Interesse gilt (zumindest aktuell) der postkolonialen Literatur, vor allem vom afrikanischen Kontinent.

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