#faq, Folge 15

Was macht eigentlich der Direktor?

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München-Karte im Direktorenbüro: ein Magnetpin für jeden Standort.

Im Grunde bin ich der oberste Lobbyist der Münchner Stadtbibliothek. Meine Arbeit besteht ganz wesentlich aus Kommunikation, denn meine Hauptaufgabe ist es, die guten Rahmenbedingungen – personell, finanziell, fachlich – für die Entwicklung der Münchner Stadtbibliothek zu sichern, für deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und damit für deren Kundinnen und Kunden. Dabei geht es sowohl um Kommunikation nach außen als auch nach innen. Wenn wir uns über uns und unsere Zukunft verständigen wollen, müssen wir intensiv reden – und ich gestalte die Strukturen dieses Austauschs auf Basis strategischer Überlegungen: Was ist mir wichtig, um dieses Schiff gut zu steuern, damit wir es gemeinsam gut steuern können, damit wir gut Fahrt aufnehmen? Ein gut organisierter Dialog mit Führungskräften und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist daher für mich immer ein Thema.

Ein typischer Arbeitstag fängt um sieben Uhr an, bis halb neun, neun Uhr mache ich Schreibtischarbeit: Mails, Lektüre, Nach- und Vorbereitung diverser Treffen. Dann beginnen die Termine: verschiedene Jour Fixe mit Abteilungsleitungen und städtischen Vorgesetzten, Sitzungen, Kommissionen und Telefonate. Hinzu kommen Abend- und Wochenendtermine wie Empfänge und Eröffnungen sowie mehrtägige Klausursitzungen, sei es mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtbibliothek, sei es mit Kolleginnen und Kollegen der diversen Verbände und Vorstände. Gleichzeitig – das ist mir sehr wichtig, deshalb geht ohne gute Terminplanung gar nichts – will ich so oft wie eben möglich auch spontan ansprechbar sein für das gesamte Team der Münchner Stadtbibliothek.

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Dr. Arne Ackermann in der Glashalle des Gasteig (Foto: Eva Jünger/Münchner Stadtbibliothek)

Qua Amt bin ich in vielen Gremien aktiv, in München etwa in der Hoferichter-Jury und im Vorstand des Literaturhauses. Aber auch bundesweit: Ich bin unter anderem Mitglied des Verwaltungsrats der Deutschen Zentralbücherei für Blinde, das ist die älteste Blindeneinrichtung des Landes – Inklusion ist deshalb kein ganz neues Anliegen für mich, da ich diesen Bereich schon lange kenne. Seit kurzem bin ich im zudem im Bundesvorstand des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv). Das bedeutet zwar eine erhebliche terminliche Zusatzbelastung, auch wenn ich das Glück guter Vertreterinnen und Vertreter habe, denn bei wichtigen Terminen hier im Haus will ich natürlich dabei sein. Zugleich ist es für uns als große Einrichtung sehr wichtig, dass wir nah dran sind an den nationalen und internationalen Entwicklungen; durch Verbandsarbeit erweitern wir unsere Netzwerke, man lernt interessante Institutionen, Akteurinnen und Akteure kennen, viele spannende Kontakte werden dort geknüpft.

Präsenz ist unerlässlich, nach innen wie nach außen. Wenn es um wichtige Vorhaben geht, wie aktuell z.B. die Errichtung einer inklusiven Bibliothek in Freiham, muss ich als Person in Kommissionen und Sitzungen präsent sein, um unsere Pläne vorzustellen und Fragen zu beantworten. Institutionen werden durch Menschen repräsentiert – so wie unsere Teamkolleginnen und -kollegen unsere vielen Häuser in in den Stadtteilen gegenüber unseren Kundinnen und Kunden repräsentieren, so repräsentiere ich die Münchner Stadtbibliothek als wichtige Kultur- und Bildungseinrichtung in der Stadt insgesamt.

Beantwortet von Dr. Arne Ackermann, Direktor der Münchner Stadtbibliothek
Protokoll: Katrin Schuster

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