Author Archives: Katrin

Als Kind wollte ich Bibliothekarin oder Journalistin werden - nach dem Literatur-Studium entschied ich mich zunächst für Letzteres. Um dann doch wieder in einer Bibliothek zu landen: Seit 2015 bin ich in der Münchner Stadtbibliothek verantwortlich für die digitale Kommunikation (und damit auch für dieses Blog hier). Mein großes literarisches Interesse gilt (zumindest aktuell) der postkolonialen Literatur, vor allem vom afrikanischen Kontinent.

100 Jahre später

“Der gute Deutsche” von Christian Bommarius

Ein weiteres Mal begreift man es als Problem der Anderen: Während der postcolonial turn längst auch in den deutschen Geisteswissenschaften erfolgt ist, schweigt man sich dennoch beharrlich aus über die deutsche Kolonialgeschichte. Kaum ein Uniseminar, das auch die afrodeutsche Kultur in den Blick nähme, und als sich im August 2014 der Justizmord an Rudolf Manga Bell, der nichts anderes als Gerechtigkeit forderte, zum 100. Mal jährte, war das den hiesigen Zeitungen nicht einmal eine kurze Notiz wert. Weiterlesen →

Ein Ort, an dem Gesellschaft stattfindet

Ein Gespräch mit Dr. Arne Ackermann über Bibliotheken heute und morgen

Sie kamen im Januar 2013 als neuer Direktor an die Münchner Stadtbibliothek. Wie waren Ihre ersten beiden Jahre?
Ich habe viel gelernt und vor allem viel gestaunt: über die Qualitäten, über das Leistungsniveau und über die Bandbreite der Münchner Stadtbibliothek. Ich war erst wenige Wochen hier, als die Monacensia wegen Asbests vorzeitig geschlossen werden musste. Zugleich stellte sich zum wiederholten Mal die Frage nach einem Umzug der Stadtteilbibliothek Waldtrudering. Weiterlesen →

Ausschließlich in der Gegenwart

Der Erzählband “Dunkle Wolken über Damaskus” von Dima Wannous

Tagtäglich stranden an Europas Küsten immer noch mehr Flüchtlinge aus Syrien, so sie ihre Reise übers Meer denn überleben. Obwohl es also keinen besseren Zeitpunkt geben könnte, um die syrische Literatur ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken, bleiben die hiesigen Verlage ziemlich stumm. Eine der kleinen großen Ausnahmen stellt “Dunkle Wolken über Damaskus” dar: ein Band mit Erzählungen der syrischen Autorin Dima Wannous, der vor kurzem in der Edition Nautilus erschienen ist. Weiterlesen →

Alles nur erfunden

Teresa Präauers Roman „Johnny und Jean“

Ein großes Wasserbecken besetzt die Mitte des Gemäldes “Jungbrunnen” von Lukas Cranach d.Ä., links tapern gebrechliche Frauen mit hängenden Brüsten hinein, rechts hüpfen die Verjüngten fidel, nass und nackig heraus: Es braucht keinen Gott, um den Tod abzuwenden, sondern einen Maler. “Wenn nichts mehr hilft, hilft Cranach”, lautet das Mantra des Ich-Erzählers in dem zweiten Roman der österreichischen Autorin (und Malerin) Teresa Präauer. Denn auch in “Johnny und Jean” stehen nicht weniger als Kunst und Leben und vor allem deren Zusammenhang auf dem Spiel. Weiterlesen →

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